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Warum mein Bullet Journal eigentlich gar keins ist

Die Bullet-Journal-Methode von Ryder Carroll

Seit Januar behaupte ich, ein Bullet Journal zu führen. Es entstand aus dem Bedürfnis heraus, einen Kalender zu haben, der wirklich das enthält, was ich brauche und in dem ich auch all meine Notizen und Pläne zum Blog unterbekomme. So richtig belesen habe ich mich zu der Methode aber nie. Zu den einzelnen Inhalten wurde ich durch Social Media inspiriert und/oder habe mir eigene Gedanken gemacht.

Erfinder der Bullet-Journal-Methode ist Ryder Carroll. Letztes Jahr erschien sein gleichnamiges Buch. Nachdem ich durchweg positive Meinungen dazu gehört habe, durfte es vor kurzem endlich auch bei mir einziehen. Eine wirklich interessante Lektüre, bei der ich viel gelernt habe! (Unter anderem, dass ich dringend mehr Sachbücher lesen sollte :D)

Jetzt weiß ich, dass ich zwar Elemente des Bullet Journaling nutze, die tägliche Basis – das Rapid Logging – bei mir aber keine Rolle spielt. Faktisch könnte man daher sagen, mein BuJo ist gar keins. (Seht es mir nach, wenn ich im Folgenden etwas nicht zu hundert Prozent verständlich und eindeutig ausdrücken kann – ich habe es ja gerade selbst erst gelernt.)

Rapid Logging bezeichnet das fortlaufende Notieren aller Aufgaben, Termine und Notizen am Tag in einer Kurzschreibweise inklusive Symbolen zur Kategorisierung. Das heißt, ich trage nicht schon die ganze Woche oder den Monat als Kalendersystem vor, sondern lebe quasi von Tag zu Tag. Neben Aufgaben und Terminen schreibe ich aber auch alle möglichen Notizen und Gedanken, die mir so einfallen, am jeweiligen Tag auf. Dieses Sammelsurium wird dann während der täglichen Reflexion auseinandersortiert. Planung findet nur im Future und Monthly Log statt.

Die Bullet-Journal-Methode von Ryder Carroll, Innenseite

Und genau das gibt es in meinem Bullet Journal nicht. Dass ich gern schon den Monat im Voraus eintrage, wisst ihr bereits. Bei mir finden sich an den einzelnen Tagen außerdem nur die relevanten Aufgaben und Termine. Notizen mache ich mir höchstens am Rand oder trage sie direkt an der Stelle ein, wo sie hingehören. Ryder Carroll hält zum Beispiel auch fest, dass er ein Café und eine viel schönere Strecke entdeckt hat, weil er einen Umweg fahren musste. Da mein BuJo hauptsächlich als Kalender dient, gehört so etwas für mich nicht hinein.

Mein Bullet Journal ist in erster Linie ein extrem nützliches und funktionales Planungstool. Dass es bei Ryder Carroll um mehr geht, macht bereits der Titelzusatz des Buches deutlich: ‚Verstehe deine Vergangenheit, ordne deine Gegenwart, gestalte deine Zukunft.‘ Das Buch besitzt eine psychologische Tiefe, die ich in dem Umfang nicht erwartet hatte. Auf den ersten etwa 130 Seiten wird ins Thema eingeführt und das System erklärt. Im Folgenden weit größeren Teil gibt der Autor uns allerlei Hinweise und Hilfsmittel zur Selbstreflexion und -optimierung an die Hand, die mit dem Bullet Journal umgesetzt werden können.

Unbedingt hervorheben muss ich die außergewöhnliche Aufmachung des Buches. Es hat trotz Hardcover-Einband einen geraden Rücken und besitzt (ähnlicher vieler BuJo-Bücher) zwei Lesebändchen. Das Highlight sind für mich aber die Innenseiten, die zum Teil im Stil eines echten Bullet Journals gehalten sind und typografisch an handschriftliche Notizen erinnern. So hatte ich gelegentlich das Gefühl, nicht in einem Sachbuch, sondern Ryder Carrolls persönlichem Notizbuch zu lesen.

Letztlich muss ich mich den positiven Meinungen anschließen und kann sagen, dass Die Bullet-Journal-Methode ein sehr aufschlussreiches (und optisch schönes) Buch ist. Ich kann es guten Gewissens weiterempfehlen, jedoch sprechen mich nicht alle Inhalte an. Was mir am Bullet Journaling besonders gefällt, ist die Gestaltungsfreiheit, die es jedem lässt. Und deshalb erlaube ich es mir, nur die Elemente des Systems zu nutzen, die für mich hilfreich sind und das Ganze trotzdem Bullet Journal zu nennen.


Titel: Die Bullet-Journal-Methode. Verstehe deine Vergangenheit, ordne deine Gegenwart, gestalte deine Zukunft / AutorIn: Ryder Carroll / Originalsprache: Englisch / Originaltitel: The Bullet Journal Method. Track the Past, Order the Present, Design the Future / ÜbersetzerIn: Viola Krauß / Verlag: Rowohlt Taschenbuch / Erschienen: November 2018 / Hardcover / 349 Seiten / 20,00€ (D) / ISBN 978-3-499-63340-9

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4 Kommentare

  • Antworten Kate

    Hallöchen,
    nach der Lektüre von „Die Bullet Journal-Methode“ war mein erster Gedanke auch: Ich sollte mehr in die Richtung lesen! :D
    Aber Caroll sagt ja selbst, dass jeder sein Bullet Journal so gestalten kann wie er möchte, dementsprechend kannst du den Rapid Log ja weglassen :) Ich versuche seine Methode umzusetzen, seit ich das Buch gelesen habe, habe es aber nach und nach auch meinen Bedürfnissen angepasst. Die perfekte Methode für mich habe ich noch nicht so recht gefunden, aber das schöne am Bullet Jounaling ist ja, dass man so viel ausprobieren kann.
    Jedenfalls toll, dass dir das Buch gefallen hat. Ich hätte direkt Lust, es nochmal zu lesen :)
    Liebste Grüße, Kate

    24. September 2019 um 17:57
    • Antworten Luise

      Hallo Kate,

      ach cool, dass es dir auch so geht :D
      Ich bin auch ständig am Anpassen und probiere hier und da Neues aus – ich glaube, das geht allen so, die die Methode nutzen. Das ist doch eigentlich auch das Tolle daran: Jeder macht sein eigenes Ding draus und kein BuJo gleicht dem anderen :)

      Liebe Grüße!

      24. September 2019 um 19:00
  • Antworten Tina

    Lol,

    wir haben alle gar keine Bujos, sondern kreative, selbst gestaltete Klaender mit diversen Listen.

    Ich muss sagen, dass ich das Rapid Logging nicht immer täglich mache, aber wöchentlich.
    To Dos, die ich am Tag nicht geschafft habe, werden durch gestrichen und wanderen auf einen anderen Tag oder Woche, aber ansonsten… Nee, mach ich das nicht.

    Ich hab mein neues Bujo übrigens angefangen. Weit bin ich noch nicht gekommen. Ich hoffe, ich finde bald mal Zeit alles zu übertragen *gruselt sich schon *

    Liebe Grüße
    Tina

    1. Oktober 2019 um 12:34
    • Antworten Luise

      Huhu :)

      Wöchentlich ist auch eine gute Idee. Ich hab auch auf jeder Wochenseite ein Feld für Notizen, wo so etwas gut reinpasst. Allerdings achte ich dann oft mehr auf die einzelnen Tage und vergesse, was da noch bei den Notizen steht :D
      Hihi, ja, das ist wirklich eine Mammutaufgabe! Selbst nach drei Monaten hab ich immer noch nicht alles übertragen. Ich bin gespannt, mal auf deine Seiten zu lunsen :)

      Liebe Grüße!

      3. Oktober 2019 um 11:31

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