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{Rezension} Die Gabe der Zeichnerin

KLAPPENTEXT

Geheimes Doppelleben zwischen Berufung und der großen
Liebe

Der Dombau zu Aachen – das größte Rätsel, das Karl der
Große der Nachwelt hinterlassen hat.
Wie konnte es im Frühmittelalter gelingen, seine mächtige
steinerne Kuppel zu wölben? Als noch niemand im Abendland die Fertigkeiten
dafür besaß? Den Schlüssel zur Lösung hält eine begabte junge Frau aus Bagdad
in Händen …

MEINE MEINUNG

„Die Gabe der Zeichnerin“ – ein geheimnisvoller Titel, der
mich sehr neugierig macht. Dazu ein eher schlichtes, aber ansprechend
gestaltetes Cover. Im Vordergrund ein Zirkel, passend eingefügt in die
Titelschrift, sowie ein Granatapfel, der für Farbe sorgt und natürlich
symbolisch zu verstehen ist. Im Hintergrund der Grundriss des Aachener Doms mit
dem Siegel von Karl dem Großen.

In der Leserunde auf LovelyBooks wurde Frau Kempffs
Schreibstil heiß diskutiert. Ich gehöre zu den Befürwortern. Einige Begriffe
sind im Glossar erläutert, ansonsten fand ich die Sprache sehr gut zu
verstehen. Es wird nicht alles bis ins kleinste Detail erklärt, der Leser muss
auch selbst mitdenken. Dennoch lässt sich das Buch flüssig lesen und man wird auch
ohne allzu viele Überlegungen gut unterhalten.
Obwohl mir die Protagonisten sehr gefielen, kann ich
nachvollziehen, dass sie anderen zu blass geblieben sind. Auch hier gilt:
Mitdenken. Trotzdem hätte ich mir an mancher Stelle eine genauere Beschreibung
gewünscht, gerade in Bezug auf Alter und Aussehen hatte ich ab und an Probleme,
mir die Figuren vorzustellen.
Historische Romane lese ich immer wieder gern, besonders,
wenn sie gut recherchiert sind. Hier hat die Autorin alle Erwartungen
übertroffen, selbst in der Leserunde hat sie uns noch mit zusätzlichen
Hintergrundinformationen versorgt.
Es werden geschickt mehrere Handlungsstränge miteinander
verknüpft. So spielt natürlich der Aachener Dombau eine wichtige Rolle, doch
auch die Entwicklung der Protagonisten fällt nicht unter den Tisch. Und auch
die kleinsten Nebenhandlungen sind hervorragend ausgearbeitet.
Was mir ebenfalls gut gefiel: Historische Ernsthaftigkeit
und Geheimniskrämerei werden mit unterhaltsamem Humor unterlegt. Zudem ist
Platz für Religion und Mystik, sodass ein gewisser Märchencharme nicht fehlt.

FAZIT

4 von 5 Lesebändchen

An mancher Stelle hätte man Beschreibungen vertiefen
können, ansonsten haben wir hier einen hervorragend recherchierten mystisch
angehauchten historischen Roman, der gekonnt intellektuelle Unterhaltung
bietet.

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