Mein Bücherherbst 2017

Hallo Winter! Hallo gemütliche Lesestunden bei Tee und Kerzenschein, möglichst nah an der Heizung und/oder eingekuschelt in diverse Decken. Na gut, sind wir mal ehrlich: Zu Tee und Kerzen komme ich meist nicht. Gemütlich ist es aber allemal.
Die Zusammenfassung für den Herbst fällt doch nicht so klein aus, wie zeitweise befürchtet. Zwar habe ich im Praktikum wirklich eher wenig gelesen, seitdem aber doch schon wieder ein bisschen aufgeholt. 10 Bücher sind es insgesamt geworden.
Dranbleiben lohnt sich: Dann erfahrt ihr nämlich, wie es 2018 mit den Jahreszeitenrückblicken weitergeht. Achtung Spoiler! Es wird sich etwas ändern 🙂

Eines Abends in Paris | Nicolas Barreau | 362 Seiten | Piper
Das Buch hatte ich bereits im Sommer begonnen und weil das nun eine ganze Weile zurückliegt, kann ich mich leider nicht mehr so gut an den Inhalt erinnern. Schön war es auf jeden Fall. Nicolas Barreau hat es bisher immer geschafft, mich zu verzaubern, auch wenn es manchmal etwas kitschig wird.
Zwanzig Zeilen Liebe | Rowan Coleman | 410 Seiten | Piper
Ein wirklich schöner Roman! Eines der Bücher, das ich vielleicht als Print noch schöner gefunden hätte und bei dem nun viele kleine Markierungen eingeklebt wären. Klare Empfehlung.

Tage zum Sterneplücken | Kyra Groh | 480 Seiten | blanvalet
Ich dachte mir, wenn ich schon die Gelegenheit habe, dann lese ich nun auch das dritte Buch von Kyra Groh. So ist es als einziges Buch auf dem eReader gelandet, zu dem ich nicht das Print zu Hause stehen hab. Daher auch nicht auf dem Foto. Jedenfalls hat es mir, wie auch schon ihre ersten Romane, sehr gefallen. Kyras Humor ist einfach unschlagbar!

Die Wahrheit | Melanie Raabe | 443 Seiten | btb
Melanie Raabe hatte mich bereits mit „Die Falle“ überzeugt und „Die Wahrheit“ lag nun auch schon eine Weile bei mir herum. Wieder ein sehr gelungener Psychothriller. Wer nichts mit blutigem Mord und Totschlag anfangen kann, ist hier goldrichtig.

Alle sieben Wellen (2) | Daniel Glattauer | 219 Seiten | Goldmann
Nach dem fiesen Cliffhanger von Band 1 musste ich mir natürlich so schnell wie möglich (= sobald in der Bibliothek wieder verfügbar) den zweiten Teil holen. Auch der las sich wieder weg wie nichts, konnte mich aber nicht so sehr begeistern wie der erste. Diesmal ging mir Emmi vor allem zum Ende hin ziemlich auf die Nerven.
Der Palast der Borgia | Sarah Dunant | 646 Seiten | Insel
Das letzte Buch, dass ich auf dem eReader gelesen habe. Dass es ziemlich dick ist und noch dazu ein historischer Roman, die ja oftmals recht ausschweifend sind, wusste ich natürlich vorher. Aber irgendwie hatte ich mir doch mehr erwartet. Zum einen hätte ich mir einen besseren zeitlichen Überblick gewünscht, zum anderen mehr Handlung und weniger Sprünge zu wichtigen Ereignissen. Die Figuren wurden für mich leider nicht greifbar. Ein bisschen mehr Fiktion und Alltag hätten gut getan. Und dann ist die Geschichte mit diesem Buch auch nicht beendet und ich stehe jetzt vor der großen Frage, ob ich weiterlesen soll oder nicht.
Sieben Tage voller Wunder | Dani Atkins | 232 Seiten | Knaur
Ich kann wieder Printbücher lesen! „Sieben Tage voller Wunder“ erreichte mich während des Praktikums und musste auf meine Rückkehr warten. Dann habe ich aber nicht lange gezögert. Und meine Rezension ging auch gleich am nächsten Tag online 🙂

Berühre mich. Nicht. (1) | Laura Kneidl | 461 Seiten | LYX
Wie sehr habe ich mich auf dieses Buch gefreut! Schon zur Leipziger Buchmesse wurde es mir vorgestellt und nachdem klar war, dass es einen Bibliotheksbezug gibt, musste ich es einfach lesen. Vom Stil her ist es sehr ähnlich zur Again-Reihe von Mona Kasten und liest sich dadurch natürlich ebenso gut. Jetzt bin ich unglaublich gespannt auf den zweiten Teil, denn im Gegensatz zur Again-Reihe ist die Handlung hier nach dem ersten Band noch nicht abgeschlossen.
Mit anderen Worten: ich | Tamara Ireland Stone | 333 Seiten | Magellan
Nachdem es zu diesem Buch so viele positive Meinungen gab, konnte ich jetzt nicht länger warten. Und was soll ich sagen? Ein richtig gutes Jugendbuch! Kann ich absolut empfehlen. Das Thema Zwangsstörungen wird gut mit einer Liebesgeschichte verknüpft, alle wichtigen Aspekte im Jugendalter sind enthalten und es ist der Autorin gelungen, die Seitenzahl auf genau das richtige Maß zu bringen. Nicht zu kurz und nicht zu lang. Besonders gut gefiel mir die Reflektiertheit (Gibt es das Wort?) von Sam, und dass sie von Beginn an professionelle psychologische Betreuung hat.

Die Quersumme von Liebe | Katrin Zipse | 281 Seiten | Magellan
Und das ist dann auch gleich mein Kritikpunkt bei „Die Quersumme von Liebe“. Es wird schnell klar, dass Luzie psychologische Hilfe braucht, doch das wird in der Geschichte nicht aufgegriffen. In einem Jugendbuch erachte ich das aber für enorm wichtig, denn es hinterlässt schließlich einen Eindruck auf seine Zielgruppe. Abgesehen davon hat mir das Buch aber gut gefallen. Es hat eine ganz andere Erzählweise: Während Luzie am Ende der Geschichte schläft, sitzt Puma bei ihr und liest ihre Aufzeichnungen. Darüber erfährt der Leser nach und nach, was sich zugetragen hat.

Und nun will ich euch nicht länger auf die Folter spannen, was meine Ankündigung angeht. Ursprünglich hatte ich mit den Jahreszeitenrückblicken begonnen, weil ich zu wenig gelesen habe, als dass sich ein Monatsrückblick gelohnt hätte. Mittlerweile lese ich aber wieder mehr und vielleicht habt ihr es selbst schon gemerkt: Die Rückblicke werden dadurch ganz schön lang. Ab nächstem Jahr möchte ich also etwas Neues ausprobieren: Monatsrückblicke für jeweils zwei Monate. Damit sollte sich ein gutes Mittelmaß für die Anzahl der Bücher ergeben und vielleicht schreibe ich dann auch wieder etwas zu meinem Alltag mit rein. Die Bücher, die ich (hoffentlich) dieses Jahr noch lesen werde, packe ich dann einfach mit in den Januar/Februar Post, damit sie nicht untergehen.

Was haltet ihr vom Zweimonats-Rhythmus? 
Und vor allem – kennt ihr schon ein paar meiner gelesenen Bücher?

Ein Tag in Verona | Reisebericht

Irgendwie habe ich mich noch gar nicht so richtig zurück gemeldet…  Aber ihr habt sicher mitbekommen, dass meine Zeit in Italien vorbei ist. Seit drei Wochen bin ich wieder in Deutschland und genieße es sehr. Heute soll es noch einen letzten Beitrag zu Italien geben.

Anfang November bin ich für einen Tag mit dem Zug nach Verona gefahren. Das Wetter war echt okay, noch nicht zu kalt, eben schön herbstlich. Die Sonne konnte ich jedoch kaum sehen, es war recht neblig. Laut einer Kollegin ist das aber wohl meistens so.
Ich habe mir eigentlich keinen Plan gemacht, was ich mir alles anschauen möchte, sondern nur ein paar Sehenswürdigkeiten notiert. Das Zentrum von Verona ist zum Glück nicht zu groß, sodass ich alles zu Fuß zurückgelegt habe. Trotzdem ging mein Weg vom Bahnhof erstmal zur Touristinfo, wo ich mir einen dieser recht handlichen Stadtpläne für Touristen geholt habe, um nicht immer auf das Handy angewiesen zu sein.


Tja und da stand ich dann auch schon fast direkt vor der Arena. Die hat mich an Verona tatsächlich am meisten beeindruckt. Ich habe das erste Mal ein Amphitheater diesen Ausmaßes live gesehen und dazu kommt, dass die Arena auch noch richtig gut erhalten ist. Schnell habe ich festgestellt, dass die Schlange für die Besichtigung furchtbar lang war und mich entschieden, später nochmal wiederzukommen.

Stattdessen habe ich mir einen Weg durch die Gassen gesucht und ein paar weitere Sehenswürdigkeiten „mitgenommen“.

Das Haus von Julia ist ja irgendwie ein Muss (wir erinnern uns, Romeo & Julia von Shakespeare) für Verona-Besucher. Ich bekam allerdings genau das, was ich auch erwartet hatte: Einen ziemlich überfüllten Innenhof. Wenn ihr mich fragt, kann man sich das sparen. Das zugehörige Museum könnte vielleicht interessant sein, ich habe es mir aber nicht angesehen und kann deshalb nicht mehr dazu sagen. (Was man auf jeden Fall weglassen kann, sind sämtliche Romeo & Julia Souvenierläden.)

Deutlich weniger bekannt ist übrigens das Haus von Romeo. Zwar war es auf meinem Stadtplan verzeichnet, ein Wegweiser ist mir aber nirgendwo aufgefallen (für Julias Haus gibt es unzählige) und ich muss gestehen, ich habe das Haus partout nicht gefunden. Für mich also kein Romeo 😉

Mein Weg führte mich weiter über die Ponte Pietra in Richtung des guten Aussichtspunktes am Castel San Pietro. Nach einem kurzen treppenreichen Anstieg (es gibt auch eine Art Lift/Gondel) bietet sich auch trotz Nebel wirklich ein schöner Blick über die Stadt.

Am Nachmittag habe ich mir kurz die Stadtbibliothek angesehen, so etwas mache ich generell gern an anderen Orten, passt schließlich zu meinem Studium. In Italien bieten sich da wirklich ein paar schöne Exemplare und auch in Verona wurde ich nicht enttäuscht.

Danach folgte mein zweiter Versuch mit der Arena. Ich hatte mir genug Zeit eingeplant, um auch ein wenig warten zu können, aber siehe da, es war recht leer und ich kam praktisch sofort rein. Was für ein Wahnsinns-Bau! Ich denke, die Bilder sprechen schon für sich. Um es wirklich nachempfinden zu können, muss man wohl einfach selbst mal an so einem Ort gewesen sein. Für mich war es besonders interessant, weil ich in der Schule Lateinunterricht hatte und deshalb so einiges über die Römer gelernt habe. Bisher hatte ich jedoch keine Gelegenheit mir ein derartiges Bauwerk wirklich anzuschauen. Die Arena von Verona ist fast vollständig erhalten, nur von der äußeren Wand existieren nur noch diese vier Bögen. Ursprünglich haben sie die Arena natürlich komplett umgeben. Und direkt daneben spielt sich der ganz normale Alltag einer Großstadt ab. Das ist schon irgendwie ein bisschen seltsam. Falls ich irgendwann nochmal nach Verona komme, werde ich versuchen, es so einzuplanen, dass ich eine Aufführung in der Arena anschauen kann. Gelegentlich finden dort nämlich Opern statt, das muss großartig sein.

Nachdem ich wirklich lange in der Arena war, bin ich im Anschluss nur noch ein wenig durch die Straßen geschlendert. Restaurants oder Cafés kann ich euch leider nicht empfehlen, denn ich war ja alleine unterwegs und da bietet sich das einfach nicht so an. Ich hatte mir im Vorfeld genug Essen für den Tag mitgenommen.

Am späten Nachmittag ging es dann wieder zurück zum Bahnhof. Mit mehr Zeit wäre es natürlich entspannter gewesen und ich hätte mir sicher noch mehr angesehen. Aber für einen Tag hat das absolut gereicht, ich war am Abend furchtbar müde und einfach nur froh, nicht mehr laufen zu müssen.

Wart ihr selbst schon einmal in Verona? 
Falls ihr Fragen habt, könnt ihr mir die natürlich gerne stellen 🙂

Sieben Tage voller Wunder – Dani Atkins | Rezension

Titel: Sieben Tage voller Wunder / AutorIn: Dani Atkins / Originalsprache: Englisch / Originaltitel: Perfect Strangers / ÜbersetzerIn: Sonja Rebernik-Heidegger / Verlag: Knaur / Erschienen: Oktober 2017 / Klappenbroschur / 232 Seiten / 9,99€ (D) / ISBN 978-3-426-52088-8

KLAPPENTEXT

Beim Check-in hat Hannah ihn zum ersten Mal gesehen: Logan mit den unglaublich grünen Augen. Ist es Schicksal, dass er sich im Flugzeug neben sie setzt, kurz bevor die Maschine wie ein Stein vom Himmel fällt, mitten in Kanadas endlose winterliche Wildnis und das eisige Wasser eines Sees? Wie durch ein Wunder kommen Hannah und Logan bei dem Flugzeugabsturz mit dem Leben davon, doch die nächsten Tage verlangen ihnen das Äußerste ab, vor allem, als mit jeder Stunde, die vergeht, die Hoffnung auf Rettung schwindet. In der verschneiten kanadischen Wildnis kämpfen sie ums Überleben. Wird ihnen gemeinsam gelingen, woran ein Einzelner scheitern muss?

Quelle: Droemer Knaur

MEINE MEINUNG

Ein Flugzeugabsturz ist sicherlich der Albtraum vieler Menschen. Doch wie geht es eigentlich weiter, wenn man mitten in der Wildnis landet und vorerst keine Rettung in Sicht ist? Hannah und Logan, die sich im Flugzeug gerade erst kennengelernt haben, erfahren es am eigenen Leib.

Gestalterisch passt „Sieben Tage voller Wunder“ hervorragend zu Dani Atkins‘ anderen Büchern. Den Titel mag ich auch ganz gern, auch wenn er ein bisschen spoilert, was die Zeitspanne von sieben Tagen angeht.

Ich habe bereits „Die Achse meiner Welt“ der Autorin gelesen und wurde nun auch hier wieder von ihrem Schreibstil überzeugt, der mich sofort in der Geschichte abtauchen ließ. Diesmal wurde aber weniger auf die Tränendrüse gedrückt, was ich sehr angenehm fand. Es gibt keine richtigen Kapitel, je ein Tag wird zusammenhängend erzählt. Kein Wunder, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

Hannah und Logan konnte ich mir sehr gut vorstellen in ihrer Situation, auch wenn ich nicht wissen möchte, wie man sich tatsächlich fühlen würde. Leider erfährt man über Logan gar nicht so viel, im Mittelpunkt steht die Gefühlswelt von Hannah, die gerade an einem schwierigen Punkt in ihrer Beziehung ist. Zum Teil ist das Miteinander der beiden ein wenig klischeehaft, es hält sich aber glücklicherweise in Grenzen und es ergibt sich ein rundes Gesamtbild.

Leider muss ich sagen, dass mich das „Schema Dani Atkins“ das Ende zum Teil sehr leicht vorhersehen ließ, nachdem ich bereits ihren ersten Roman kannte. Andernfalls kann sie damit sicher einige Leser überraschen.
Mit nur rund 230 Seiten ist das Buch nicht besonders dick und lässt nicht viel Raum für Tiefe. Mir gefiel der Roman auch so gut, mit mehr Seiten hätte man allerdings noch das ein oder andere herausholen können. So ist es ein schönes Buch für zwischendurch, dass ich grundsätzlich empfehlen kann. Anspruchsvollere Leser sind mit anderer Lektüre vielleicht besser bedient.

FAZIT

4 von 5 Lesebändchen

„Sieben Tage voller Wunder“ ist ein schöner Roman, den man aufgrund des Schreibstils ruckzuck durchgelesen hat. Es hätten mehr Seiten und mehr Tiefe sein können, wer Dani Atkins‘ „Schema“ bereits kennt, wird vom Ende nicht allzu sehr überrascht. Aber man kann das Buch zum Abschalten und darin versinken auch einfach so wunderbar lesen.

Hand Lettering Alphabete. Schritt für Schritt zur eigenen Schönschrift – Tanja „Frau Hölle“ Cappell | Rezension

Titel: Hand Lettering Alphabete – Schritt für Schritt zur eigenen Schönschrift / AutorIn: Tanja Cappell / Verlag: Edition Michael Fischer / Erschienen: August 2017 / Hardcover / 143 Seiten / 19,99€ (D) / ISBN 978-3-86355-768-3

KLAPPENTEXT

Schönschrift macht Freude: In „Hand Lettering Alphabete” erklärt Frau Hölle alles, was man über Hand Lettering, Brush Lettering und Kalligrafie wissen muss. Mit vielen Anleitungen, Übungen und Rastern ist man im Handumdrehen auf dem Weg zum Lettering-Profi. Außerdem zeigt die Buchstaben-Künstlerin ihre liebsten Werkzeuge fürs Digital Lettering mit Smartphone, Tablet und PC. Exklusiv für das Buch entworfene Alphabete in verschiedenen Schriftstilen inspirieren Einsteiger und Fortgeschrittene zu eigenen Schrift-Kunstwerken. Viele neue DIY Projekte von Frau Hölle für Feiern, Wohn-Deko und Hochzeit runden dieses liebevoll gestaltete Buch ab. Schöner schreiben mit Frau Hölle – einfach inspirieren lassen und loslegen!

Quelle: EMF Verlag

MEINE MEINUNG

Lettering erlebt gerade einen Boom, könnte man sagen. Inzwischen auch in Deutschland. Eine der großen Akteurinnen dabei ist Tanja Cappell, in den Social Media Kanälen als „Frau Hölle“ unterwegs und mit ihrem Frau Hölle Studio als Unternehmerin selbstständig. Ein Buch von ihr wurde lange erwartet und nun ist es da: Handlettering Alphabete – Schritt für Schritt zur eigenen Schönschrift.

In den vier großen Kapiteln „Hand Lettering“, „Brush Lettering“, „Kalligrafie“ und „Digital Lettering“ erklärt Frau Hölle jeweils die Technik und gibt Empfehlungen zum passenden Material und der richtigen Haltung der Stifte/Federn. Dann werden verschiedene Alphabete, die am besten zur Technik passen, gezeigt und erklärt. Bei Digital Lettering geht es vor allem um die Handhabung an verschiedenen Geräten. Den umfangreichen Abschluss des Buches bildet das Projekte-Kapitel, in dem zahlreiche Ideen rund um Lettering im Alltag gezeigt werden.

Optisch hat „Handlettering Alphabete“ einiges zu bieten. Goldfarbene Verzierungen auf dem Einband, ein stimmiges Gesamtkonzept und viele Beispielabbildungen und harmonische Fotos im Inneren. Für meinen Geschmack ist das Farbkonzept etwas zu sehr auf rosa fokussiert, anderen gefällt das aber vielleicht besonders gut. Die gesamte Gestaltung des Buches macht einen hochwertigen Eindruck, außerdem liegt es, wie ich finde, gut in der Hand. Zusätzliches Extra: Es gibt zwei große Poster, auf denen die verschiedenen Alphabete abgebildet sind, sodass man sie problemlos abpausen und damit üben kann.

Was meines Erachtens jedoch nicht passt, ist der Titel des Buches. Darunter verstehe ich eine Art Anleitung oder Workshop, mit dem man das persönliche Schriftbild verschönern kann, also seine Handschrift verbessert. Und „Hand Lettering Alphabete“ suggeriert mir, dass zahlreiche Alphabete und Schrifttypen vorgestellt werden, unter denen ich mir je nach Anlass das passende aussuchen kann. Zumindest Letzteres gibt es zwar im Buch, jedoch liegt der Fokus auf den Techniken des Schreibens und nicht den Alphabeten. Ich finde, der Titel verspricht etwas anderes als das, was man tatsächlich vorfindet.

Beginnt man einmal mit dem Thema Lettering, kommt man wohl nicht umhin, bald festzustellen, dass es doch sehr umfangreich und vielfältig ist. Büchern wird das schnell zum Verhängnis, denn entweder einzelne Aspekte werden ausgeschlossen oder die Seitenzahl explodiert. Frau Hölle ist ein Gesamtüberblick gelungen, der alle Themen anreißt. Für Anfänger ist das vielleicht schon zu viel, denn angesichts der unzähligen Möglichkeiten ist man schnell ein wenig überfordert. Fortgeschrittene hingegen bräuchten wohl weniger Text und Erklärungen und mehr Beispiele und Stile zur Inspiration. Ein schwieriger Spagat, denn ein einziges Buch wird nie alle Level zufriedenstellend abdecken. Nichtdestotrotz wird jeder aus diesem Buch etwas mitnehmen können.

Besonders im Projekte-Teil kann man sich viel Inspiration holen, welche Möglichkeiten Lettering alles bietet. Es werden wirklich ganz unterschiedliche Ideen vorgestellt, sodass sicherlich jeder etwas Passendes für sich findet. Jedoch sollte man hier beachten, dass häufig neben dem geeigneten Stift auch zusätzliches Material nötig ist, dass mitunter etwas kostspieliger ausfällt.

FAZIT

4 von 5 Lesebändchen

Hand Lettering Alphabete bietet einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten des Letterings und ist eine Art Anleitung, wie man mit verschiedenen Stiften und Schreibwerkzeugen verschiedene Schriften schreiben kann. Dabei werden mehrere Alphabete in Vorlagen bereitgestellt. Wer seine Handschrift verbessern möchte, ist hier an der falschen Adresse. Vor dem Kauf lohnt sich vielleicht ein Blick ins Buch. Je nach individuellem Level sieht man dann, ob es das Richtige ist.

eBooks und ich – eine Zweckfreundschaft

Seit über zwei Monaten lese ich gezwungenermaßen nur noch eBooks. Ich weiß nicht, wie es den eBooks geht, aber ich bin mit dieser Beziehung nicht sehr glücklich.

eBooks und ich – die ersten Begegnungen
Natürlich hatte ich schon vorher Kontakt zu eBooks. Zuerst über Selfpublisher, die mir ihre Werke als Rezensionsexemplare angeboten hatten, von denen ich gelegentlich eins annahm. Später in der Uni, denn die Bibliothek verfügt zum Glück über einige wertvolle Lizenzen, die mir auch bequem von zu Hause aus den Zugang zu wichtiger Literatur für mein Studium ermöglichen. Mit diesen eBooks bin ich auch gut befreundet, die Zweckfreundschaft führe ich mit eBooks für die Freizeit, im Wesentlichen also Belletristik.
eBooks für die Freizeit habe ich bis vor zwei Monaten nie aktiv gesucht, sie haben immer selbst den Weg zu mir gefunden.
eBooks und ich – eine Zweckfreundschaft entsteht
Was hat sich geändert? Mein Praktikum im Ausland fing an. All meine geliebten Printbücher mussten leider zu Hause bleiben. Im Gepäck: Der eReader meiner Schwester (Danke!). Seit ich hier bin, lese ich im Vergleich zu vorher viel zu wenig. Zum einen bin ich natürlich zeitlich eingeschränkt, aber ein wesentlicher Grund dafür sind auch die eBooks.

eBooks kann man nicht umblättern, wie ein normales Buch.
In eBooks kann ich keine Post-its kleben, um meine Lieblingsstellen zu markieren.
Den eReader muss ich aufladen.
Der eReader liegt einfach nicht so gut in der Hand.
Trotz dieser speziellen Tintentechnologie – der eReader ist und bleibt ein Bildschirm und darauf starre ich schon auf Arbeit und am Laptop genug.
eBooks sind eben einfach nicht aus Papier und ich vermisse das Gefühl von bedrucktem, gebundenem Papier in der Hand.

Natürlich stehen dem die vielen Vorteile gegenüber. Platzmangel und möglichst geringes Gewicht beim Gepäck in meinem Fall. Da sind eBooks unschlagbar. Und deshalb komme ich momentan halbwegs mit ihnen aus. Aber die Liebe zu Printbüchern ist ungebrochen.
eBooks und ich – die Zukunft
Ihr könnt es bereits erahnen, oder? Für eBooks und mich gibt es keine glückliche gemeinsame Zukunft. Vielleicht ab und an ein Treffen auf einen Kaffee, aber mehr nicht. So leid es mit tut, die jetzige Beziehung endet mit meiner Abreise. Ich bin mir sicher, die eBooks finden in anderen Lesern bessere Partner.

Halbzeit in Italien | Praxissemester

Da habe ich euch jetzt ganz schön lange auf einen Zwischenbericht warten lassen… Eigentlich wollte ich nach dem ersten Monat schon etwas berichten, aber da war gerade besonders viel los. Jetzt soll es aber so weit sein, sonst kann ich es auch gleich lassen. Streng genommen ist der Titel nicht mehr ganz richtig, denn Halbzeit war am Samstag, aber so genau wollen wir es an der Stelle mal nicht nehmen.

Ich bin inzwischen seit sechseinhalb Wochen in Italien und hatte vor zweieinhalb Wochen den geplanten Wohnungswechsel. Nach den ersten vier Wochen hatte ich mich in Brixen halbwegs eingelebt, an das Pendeln gewöhnt und kam überhaupt ganz gut zurecht. Mit dem Umzug nach Bozen wurde das natürlich wieder über den Haufen geworfen und ich musste sozusagen nochmal von vorn beginnen. Wie komme ich am besten auf Arbeit? Wo kann ich einkaufen gehen? Wie funktioniert die Küche? Wie sieht überhaupt der Alltag meiner Gastfamilie aus?

Ganz langsam finde ich mich auch hier ein und habe neben dem ganzen Organisatorischen auch wieder mehr Zeit für mich. Und das heißt momentan vor allem, die Stadt erkunden und das unerwartet sonnige und warme Wetter nutzen.
Eigentlich hatte ich mich ja im September auf schönes spätsommerliches Wetter eingestellt. Meine ersten zwei Wochen waren allerdings extrem kalt und ungemütlich, mit viel Regen. Deshalb kam ich auch erst danach dazu, ein paar Unternehmungen zu planen. Mittlerweile ist da einiges aufgeholt und ich kann euch viele Bilder zeigen.

Wo es mir direkt richtig gut ging und ich mich schnell eingewöhnt hatte, ist tatsächlich meine Praktikumsstelle (nein, nicht der barocke Bibliothekssaal auf dem Foto, aber auch sehr schön ;)) und darüber bin ich unglaublich glücklich. Ich wurde super freundlich aufgenommen und schnell ins Team integriert, das überhaupt untereinander ganz großartig ist. Die Bibliothek ist dreisprachig (deutsch, italienisch, englisch), dadurch habe ich überhaupt keine Sprachprobleme und rede so gut wie nur Deutsch. Zunehmend verstehe ich ein bisschen, worüber sich die Kollegen auf Italienisch unterhalten 🙂 Meine eigenen Kenntnisse belaufen sich aber nur auf die üblichen Grußformeln und einzelne Wörter, damit ist keine Konversation möglich. Es besteht aber auch kein Bedarf, daran etwas zu ändern, ich komme ja auch so wunderbar zurecht.

In der verbleibenden Zeit werde ich also weiter die Gegend erkunden und nachdem ich nun wieder etwas mehr Routine habe, hoffentlich meine Freizeit effektiver nutzen und auch hier wieder aktiver sein. Leider komme ich nicht ganz so viel zum Lesen, was ich mir aber selbst zuzuschreiben habe. Ich konnte ja keine Printbücher mitnehmen und muss sagen, dass mir das Lesen auf dem eReader einfach nicht so gut gefällt. Ich vermisse das Umblättern und das Papier in der Hand (und überhaupt mein ganzes Bücherregal :D)

Natürlich kam es, wie es kommen musste: Wenn es Zeit und Umstände nicht zulassen, sprudele ich mal wieder über vor Ideen für den Blog, Instagram und Co. und habe jetzt schon eine derart lange Liste im Hinterkopf, dass ich sie im Dezember, meinem freien Monat, unmöglich schaffen kann. Aber das ist wohl einfach das Leben.
Ich bin gespannt, was mich hier noch alles erwartet und freue mich dann schon sehr auf all meine lieben Menschen zu Hause und die eigenen vier Wände.

Mein Büchersommer 2017

Hallo Herbst! Wie schön, dass es gerade jetzt nochmal annähernd sommerlich geworden ist 😀 Aber nein, ich will mich nicht beklagen, ich mag den Herbst.
Der Jahreszeitenrückblick fällt diesmal etwas anders aus, denn es fehlen die „richtigen“ Bilder (ich konnte ja schlecht planen, was ich im Praktikum zuerst lesen würde). Außerdem überschneidet sich einiges mit dem Fazit der #subdensommer-Challenge und da ich ungern alles wiederholen mag, verlinke ich euch hier schon mal den Beitrag und verweise dann bei den einzelnen Büchern wieder darauf.
Und jetzt bereitet euch auf sage und schreibe 15 (fast 16) Bücher vor!

Der Horizont in deinen Augen (3) | Patricia Koelle | 603 Seiten | Fischer
Hier habe ich das Foto einfach vergessen. Sorry! Jedenfalls habe ich die Trilogie endlich beendet. Wieder so schön wie die ersten Bände, jedoch war es mir am Ende dann ein bisschen too much mit dem Happy End. Insgesamt aber empfehlenswert.
Marienkäfertage | Uticha Marmon | 220 Seiten | Magellan
Siehe Challenge-Fazit 😉 Ich fand es leider nicht gut.

Der Hut des Präsidenten | Antoine Laurain | 238 Seiten | Atlantik
Siehe Challenge-Fazit, auch wenn da nicht viel steht. Fand ich sehr schön und jetzt habe ich ein bisschen Angst, dass seine anderen Bücher meinen Erwartungen nicht entsprechen können, wenn ich sie denn irgendwann mal in die Hand nehme.

Sonnensegeln | Marie Matisek | 302 Seiten | Knaur
Siehe Challenge-Fazit – ein typisches Sommerbuch.

Einkehr zum tödlischen Frieden | Martina Kempff | 283 Seiten | Piper
Siehe Challenge-Fazit 🙂
Knochen im Kehricht | Martina Kempff | 267 Seiten | Piper
Ebenso. Ich weiß leider nicht, der wievielte Teil das ist. „Einkehr zum tödlichen Frieden“ ist auf jeden Fall der erste.
Halb drei bei den Elefanten | Kyra Groh | 478 Seiten | blanvalet
Siehe Challenge-Fazit – Empfehlung!

Die gestohlene Zeit | Heike Eva Schmidt | 445 Seiten | Knaur
Siehe Challenge-Fazit. Konnte mich leider nicht überzeugen.
Die Tänzerin von Paris | Annabel Abbs | 506 Seiten | Aufbau
Ich könnte jetzt sagen siehe Challenge-Fazit 😀 Aber es gibt auch eine Rezension. Ein schwieriges Buch, vielleicht gerade deshalb lesenswert.

Ich und die Menschen | Matt Haig | 350 Seiten | dtv
Zwar ein Challenge-Buch, es hat aber auch einen extra Beitrag mit einigen Zitaten bekommen. Kann ich sehr empfehlen!
Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen | Petra Hülsmann | 413 Seiten | Lübbe
Siehe Challenge-Fazit. Sehr schönes Sommerbuch, vor allem für Fußball-Freunde.

Romeo und Julia | William Shakespeare | 144 Seiten | Reclam
Hihi. Siehe Challenge-Fazit 🙂
Nachruf auf den Mond | Nathan Filer | 315 Seiten | Droemer
Aufatmen – letztes Challenge-Buch! Wieder ein eher schwieriger Titel. Wer sich für solche Bücher begeistern kann, sollte es lesen. Andernfalls hat man aber nicht viel verpasst.
Der Junge, der Träume schenkte | Luca di Fulvio | 781 Seiten | Lübbe
Sorry, ab jetzt wieder bilderlos. Tja, was soll ich sagen. Auf Instagram habe ich mich ja bereits ein bisschen ausgelassen. Leider habe ich auch hier etwas anderes erwartet, angesichts der vielen begeisterten Stimmen. Doch anfangs gab es so viel detaillierte Gewalt, da habe ich ernsthaft überlegt, das Buch abzubrechen. Am Ende wiederum gab es nur noch positiven Szenen, was dann wieder zu viel des Guten war. Von beidem ein bisschen weniger hätte dem Buch wohl ganz gut getan. Und vielleicht auch ein paar Seiten weniger, zwischendurch hat es sich ganz schön in die Länge gezogen.

Gut gegen Nordwind (1) | Daniel Glattauer | 222 Seiten | Goldmann
Mein Kontrastprogramm, sozusagen. Hier wusste ich, dass es gut werden würde. Jetzt muss Teil 2 her, das war ja wohl einer der miesesten Cliffhanger ever, dafür, dass genau genommen kaum was passiert ist!

Eines Abends in Paris | Nicolas Barreau | begonnen | Piper
Ich habe euch wieder über Instagram abstimmen lassen (und danach festgestellt, dass es zwei der Titel gar nicht als eBook in der Bibliothek gibt :D) und Nicolas Barreau hat gewonnen. Bisher vielleicht ein bisschen zu kitschig, aber eigentlich ganz nett.

Zufriedener könnte ich wohl nicht sein. Trotz ein paar stressiger Phasen (Prüfungszeit und Praktikumsbeginn) habe ich doch recht viel gelesen. So darf es gerne weitergehen 🙂

Habt ihr selbst schon ein paar der Bücher gelesen?

Ich und die Menschen – Matt Haig

Ich muss ein paar Worte zu diesem Buch loswerden. Schließlich hat man nicht alle Tage ein Werk in der Hand, das recht normal daher kommt und einen dann völlig begeistert.

Ein Außerirdischer kommt auf die Erde und schlüpft in die Rolle des Menschen Andrew Martin, Professor für Mathematik. Die Umstände, warum das passiert, sind an dieser Stelle gar nicht wichtig. Wichtig ist, dass der Außerirdische einer anderen Spezies angehört und mit Menschen bisher keine Berührungspunkte hatte. Er lernt sie also völlig neu und nur mit der Basis seines bisherigen Wissens, das ausschließlich aus Beobachtungen aus dem Weltraum besteht, kennen.

„Ich konnte es nicht fassen. Anscheinend hatte ich allein dadurch, dass ich keine Kleidung trug, das Gesetz gebrochen. Dabei war es sehr wahrscheinlich, dass die meisten Menschen wussten, wie ein nackter Mensch aussah.“ (S. 42)

„Wie ich jetzt weiß, müssen die Menschen Bücher lesen. Sie müssen sich buchstäblich hinsetzen und ein Wort nach dem anderen lesen. Das kostet Zeit. Viel Zeit.“ (S. 33)

Es ist einfach herrlich. Wie er Dinge, die für uns selbstverständlich sind, einfach nicht nachvollziehen kann. Wie er unseren gesamten Alltag hinterfragt und auf unsere Gewohnheiten reagiert.

„Meiner Schätzung nach waren zu jedem beliebigen Zeitpunkt nur null Komma drei Prozent der Menschen aktiv mit etwas beschäftigt, das ihnen gefiel, und selbst dann hatten sie ein schlechtes Gewissen dabei und schworen sich hoch und heilig, so bald wie möglich wieder etwas schrecklich Unangenehmes zu tun.“ (S. 290)

Und obwohl er Menschen für eine niedere Spezies hält, entscheidet er sich recht schnell, auf unserem Planeten zu bleiben und verteidigt das gegenüber der seinen. (Punkt für uns, oder?)

„Tee schien alles besser zu machen. Er war ein aus Blättern gewonnenes Getränk, das heiß genossen wurde und in Krisenzeiten dazu diente, den Normalzustand wiederherzustellen.“ (S. 216)

„Mal ehrlich, dies war die Spezies, deren Hauptausrede für alles, was sie nicht taten, lautete: „Ja, wenn ich nur mehr Zeit hätte!“ Was so lange überzeugend war, bis man merkte, dass sie in Wirklichkeit mehr Zeit hatten. Keine Ewigkeit natürlich, aber sie hatten morgen.“ (S. 236)

Allein die Anzahl der Zitate sagt schon einiges aus und das sind bei weitem nicht alle Textstellen, die ich mir markiert habe. Ich kann euch wirklich nur ans Herz legen, dieses Buch zu lesen. Es ist großartig und ich habe herzlich lachen können.

„Das Pub war eine Erfindung von Menschen, die in England lebten, gedacht als Kompensation dafür, dass sie Menschen waren, die in England lebten. Es gefiel mir ziemlich gut.“ (S. 275)

Die Tänzerin von Paris – Annabel Abbs | Rezension

Titel: Die Tänzerin von Paris / AutorIn: Annabel Abbs / Originalsprache: Englisch / Originaltitel: The Joyce Girl / ÜbersetzerIn: Ulrike Seeberger / Verlag: Aufbau Taschenbuch / Erschienen: Juli 2017 / Klappenbroschur / 506 Seiten / 12,99€ (D) / ISBN 978-3-7466-3316-9

KLAPPENTEXT

Paris, 1928: Lucia ist jung, begabt und wird in der Bohème als Tänzerin gefeiert. Aber ihr Vater ist der große James Joyce, und so modern seine Werke auch sein mögen, so argwöhnisch beobachtet er das Streben seiner Tochter nach einem selbstbestimmten Leben. Dann begegnet Lucia dem Schriftsteller Samuel Beckett, der ihre große Liebe wird. Doch ihre Hoffnungen, sich aus dem Schatten des übermächtigen Vaters zu befreien und ihren eigenen Weg gehen zu können, drohen schon bald zu scheitern.
Das tragische Schicksal einer jungen Frau auf der Suche nach Freiheit und Liebe – nach der wahren Geschichte von Lucia Joyce.

Quelle: Aufbau Verlag

MEINE MEINUNG

„Tragisches Schicksal“ – ja, so kann man das nennen. Hätte ich vorher gewusst, was mich bei diesem Buch erwartet, hätte ich es vielleicht nicht gelesen. Lucia, die Tochter von James Joyce, ist eine talentierte Tänzerin, wird jedoch von ihrer Familie stark eingeschränkt und geht daran zugrunde.

Die Gestaltung des Buches finde ich sehr gelungen. Es wird gut erkennbar, dass es sich um einen historischen Roman handelt und das Cover fügt sich schön in die Reihe der anderen „Mutigen Frauen zwischen Liebe und Kunst“ ein. Der Eiffelturm ist natürlich Pflicht, wenn die Geschichte in Paris spielt.

„Ja, Tanz war meine Antwort. Was immer das Leben mir abverlangte, ich musste weitertanzen.“ (S. 40)

Annabel Abbs‘ Schreibstil fand ich für einen historischen Roman typisch und passend. Zum Teil eher umständliche Sätze und viele ausschweifende Gedanken der Protagonistin. Nach dem ersten Kapiteln hatte ich mich gut eingelesen und verfolgte gespannt das Geschehen.

Die Autorin erzählt die Geschichte in zwei Zeitebenen: Zum einen befindet sich Lucia 1934 in Zürich bei einem Arzt. Dort erleben wir die gemeinsamen Sitzungen der beiden. Deutlich ausführlicher gibt es Einblicke in Lucias Leben von 1928-1932, hauptsächlich in Paris. Man weiß also von Beginn an, dass sich Lucia am Ende in psychologischer Behandlung befinden wird und erlebt in der zweiten Ebene, wie es dazu kommt.

Lucia ist ein schwieriger Charakter. Ihre Liebe zum Tanzen spürt man deutlich. Von ihrer Familie bekommt sie jedoch keine Unterstützung dafür. Sie ist die Muse für ihren Vater, der es jedoch lieber hätte, sie würde nur für ihn tanzen. Ihre Mutter begegnet ihr mit viel Verachtung, was ich überhaupt nicht verstehen konnte. In Bezug auf Männer wirkte Lucia sehr naiv auf mich. Stets erträumt sie sich nach wenigen Begegnungen sofort eine glückliche Ehe, in der sie endlich auf eigenen Beinen stehen und dem Tanzen nachgehen kann. Dass sie immer wieder abgewiesen wird, belastet sie natürlich.

„Sie sollten mehr aus dem Haus gehen. Alle sind hier in Paris, um frei zu sein und sich zu amüsieren, und Sie leben wie eine Nonne im Kloster.“ (S. 313)

Annabel Abbs hat eine Geschichte über Lucia Joyce geschrieben, die von einer jungen lebensfrohen Frau erzählt, die immer mehr in einen psychischen Abgrund stürzt. Das ist sehr bedrückend und erzeugt viel Mitgefühl. Wäre es eine fiktive Figur gewesen, hätte die Autorin sicherlich einiges anders gemacht und alles zu einem besseren Ende geführt. Was passiert ist, ist aber eben leider passiert. Insgesamt wirkten die Hintergründe und Fakten gut recherchiert.

FAZIT

4 von 5 Lesebändchen

Lucia Joyce hatte kein einfaches Leben, was „Die Tänzerin von Paris“ zu einer recht bedrückenden Geschichte macht. Annabel Abbs ist ein guter historischer Roman gelungen, der sicher nicht für jeden etwas ist. Auf diese Geschichte muss man sich mit ein bisschen Zeit einlassen.

Auf ins Praxissemester

Der Titel ist ja relativ eindeutig, also rede ich gar nicht lange um den heißen Brei herum: Mein Praxissemester steht an. Das gesamte fünfte Semester meines Studiums ist Praxiszeit, die Arbeitsstelle dürfen wir uns dabei frei wählen.
Wo geht es also hin? In die weite Welt könnte man sagen. Mir war sehr schnell klar, dass ich einen Teil des Praktikums im Ausland verbringen möchte und auch Italien war von Anfang an mein Favorit. Gelandet bin ich schließlich in Bozen in Südtirol. Also doch nicht so weit weg 😉 Vielleicht war der ein oder andere von euch auch schon einmal dort.
Von September bis November bin ich also in Italien. Und das wird natürlich Auswirkungen auf den Blog haben, daher erzähle ich euch heute davon. Nächstes Wochenende bin ich schon im Süden, höchste Zeit, mich mal ein bisschen dazu zu äußern.

Im Großen und Ganzen hoffe ich, dass sich für euch nicht viel ändert. Dank meiner Schwester kann ich auf dem eReader Bücher lesen, also wird es wahrscheinlich Buchvorstellungen und/oder Rezensionen geben.
Gerne poste ich aber auch ab und an ein paar der unzähligen Fotos, die ich wahrscheinlich schießen werde. (Auf dem Foto seht ihr Brixen, wo ich im September wohnen werde.) Würde euch das interessieren? Wollt ihr vielleicht auch generell mehr über mein Studium erfahren?
Ab Dezember wird dann wohl alles wieder zum Normalzustand zurückkehren. Die zweite Hälfte meines Praktikums verbringe ich von Januar bis März in Leipzig. Was bedeutet, dass ich im Dezember frei habe, weder zur Uni, noch auf Arbeit muss und darauf freue ich mich im Moment riesig. Italien wird sicherlich wunderschön, aber ich muss eben im Praktikum auch viel arbeiten.
Übrigens bereite ich schon wie ein Weltmeister Fotos meiner ungelesenen Bücher vor, die ich dann hier und auf Instagram posten kann. Das schwarz-weiß Cover auf dem eReader ist ja leider nicht so fotogen und es soll ja nicht langweilig werden 😉 Vorzugsweise werde ich mir nämlich meine ungelesenen Bücher als eBooks aus der Bibliothek ausleihen, sodass ich den SuB-Abbau voranbringen kann 🙂
Womöglich lesen wir uns das nächste Mal schon aus Brixen. Auf Instagram werde ich euch wohl am meisten auf den Laufenden halten.