Frankfurter Buchmesse 2016

Ich mag gar nicht zählen, wie viele Wochen seit der Frankfurter Buchmesse nun schon wieder vergangen sind. Viel zu viele angesichts der Tatsache, dass ich hochmotiviert war, gleich in der Woche danach meinen Bericht zu verfassen. Nun soll es aber endlich so weit sein!

In diesem Jahr war ich zusammen mit meiner lieben Moni unterwegs, von Freitag bis Sonntag zogen wir gemeinsam durch die Hallen. Auch wenn ich ein Jahr ausgesetzt hatte, fand ich mich schnell wieder auf dem Messegelände zurecht und mit einem guten Zeitmanagement schafften wir es auch trotz großer Menschenmengen zu all unseren Terminen. (Das Besucheraufkommen am Samstag war aber schon ungewöhnlich und extrem hoch, oder? Von 2014 hatte ich das anders in Erinnerung…)

In drei Tage Buchmesse erlebt man natürlich eine ganze Menge und ich könnte sicherlich noch viel mehr erzählen, aber ich möchte euch einfach kurz von den interessantesten und für mich schönsten Veranstaltungen berichten.

 

Gleich am Freitagnachmittag besuchten wir den Stand von Droemer Knaur, an dem mehrere Autorinnen ihre Bücher vorstellten. Darunter Lily Olver, Susanna Ernst und – der Hauptgrund, warum ich unbedingt dort hinwollte – Anne Freytag und Adriana Popescu alias Ally Taylor und Carrie Price! Das Wiedersehen mit den beiden beim anschließenden Signieren war einfach großartig und ein absoluter Lieblingsmoment auf der Messe. Wer die beiden und ihre Bücher noch nicht kennt, dem rate ich dringend dazu, das nachzuholen!

Am Samstag verbrachte ich viel Zeit auf dem Orbanism Space, denn dort fanden zum ersten Mal die Herzenstage in offline-Form statt. Mich interessierten vor allem die Panels am Nachmittag: „Liebe in der Fantasy – alles Klischee?“ und „Buchcommunities: Vielfalt für Leser“.

Und auch am Sonntag gab es ein Highlight für mich. Ich lauschte Melanie Raabe im Gespräch zu ihrem neuen Buch „Die Wahrheit“, welches ich mir im Anschluss natürlich gleich signieren ließ und die Gelegenheit nutzte, um kurz mit der sympathischen Autorin zu quatschen. Thüringer unter sich 😉

Neben lieben Autorinnen und Verlagsmitarbeiter, die an dieser Stelle nicht vergessen sein sollen, war es auch wieder wundervoll diverse Blogger zu treffen, die man sonst das ganze Jahr über nicht „live“ sehen kann. Unbedingt erwähnt werden müssen Steffi und Mella, die Buchsichten-Mädels Hanna und Ingrid (eines Tages müsst ihr auf jeden Fall auch mal nach Leipzig kommen!), Moni, Lena, Jule und meine Leipzigerinnen Sandy und Sandra (warum wir uns nicht viel öfter sehen, ist mir ohnehin ein Rätsel :D). Guys, you rock! Euch alle und noch viele mehr auf der Messe zu treffen ist einfach immer wieder schön.

Seit ich in Leipzig studiere und dadurch zunehmen mehr buchaffine Leute kennenlerne, darf der Besuch eines Standes auf der Messe auch nicht mehr fehlen: Studium rund ums Buch. In Frankfurt ist mein eigener Studiengang nicht dort vertreten, dafür aber meine lieben Kommilitonen aus Buchhandel/Verlagswirtschaft. Wie schön, dass man sich dort mal in einer ganz anderen Atmosphäre begegnet 🙂

Kaum zu glauben, aber insgesamt sind rund um die Messe nur fünf neue Bücher dazugekommen. Cruelty (Sperrfrist bis Februar) und Dem Horizont so nah (Rezension ist in the making) sind Rezensionsexemplare, die anderen Bücher habe ich mir selbst gekauft und gleich signieren lassen. Besonders auf Melanie Raabes Werk bin ich ja unglaublich gespannt!

Wart ihr auf der Buchmesse unterwegs?
Was waren eure Highlights?

Book of Lies | Rezension

KLAPPENTEXT

Quinn und Piper sind Zwillinge, doch sie sind sich noch nie begegnet. Erst als ihre Mutter bei einem tragischen Unfall stirbt, treffen sich die Schwestern auf der Beerdigung. Piper ist begeistert und fasziniert. Für sie ist Quinn der Schlüssel zu einem uralten Familiengeheimnis. Doch Quinn ist voller Misstrauen. Warum wurde sie ihr Leben lang von ihrer Schwester ferngehalten? Schlummert in ihr tatsächlich eine dunkle Seite, vor der sie ihre Mutter und Großmutter immer gewarnt haben? Ist sie eine Gefahr für Piper? Während Quinn ihre Vergangenheit hinter sich lassen will, vergräbt sich Piper immer tiefer in die Mythen und Prophezeiungen, die sich um ihre Familie ranken – und tritt damit ein Inferno los.

Quelle: Coppenrath

MEINE MEINUNG

Zwillinge, die sich erst auf der Beerdigung der Mutter kennenlernen? Klingt ungewöhnlich, ist es auch. Und es macht neugierig auf die Geschichte aus der Feder von Teri Terry.
Titel und Cover passen perfekt zum Buch. Man sieht die Zwillinge und Lügen sind nicht nur das zentrale Thema der Geschichte, sondern das „Book of Lies“ taucht so auch im Buch auf.

Als ich mir ausgemalt habe, was passieren könnte, wenn ich bei der Trauerfeier aufkreuze, und wem es wohl wehtun würde, habe ich so gar nicht damit gerechnet, dass ich es sein könnte. (S. 16/17)

Von Beginn an war ich an das Buch gefesselt, was dem spannenden und leichten, für ein Jugendbuch typischen Schreibstil der Autorin geschuldet war. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Quinn und Piper geschrieben, wodurch man beide Mädchen gut kennenlernt.


Quinn ist eher zurückhaltend. Sie wuchs sehr abgeschottet bei ihrer Großmutter auf, während Piper mit ihren Eltern ein ganz normales Stadtleben führt. Relativ schnell wird klar, dass hinter Pipers freundlicher Fassade ein extrem neugieriger und manipulativer Charakter steckt. Dadurch wirkt Quinn deutlich sympathischer. Sie macht im Laufe der Geschichte eine tolle Entwicklung durch. Natürlich gibt es auch einige Nebencharaktere, darunter Pipers Freund Zak und die Großmutter der Zwillinge, die keine unwesentlichen Rollen spielen und alle gut ausgearbeitet sind.

Von Piper habe ich gelernt, wie leicht Lügen ist. Und dass man bekommt, was man will. (S. 305)

Dass die Story eine Prise Fantasy enthält, verleiht ihr einen extra Spannungsfaktor, denn man möchte unbedingt erfahren, was es damit auf sich hat. Zunächst weiß man kaum etwas, weil es auch den Zwillingen so ergeht, doch am Ende klärt sich alles schlüssig auf. Mir persönlich hat es damit allerdings etwas zu lange gedauert. Zum Ende hin erwartet den Leser ein dramatisches Finale, was der Autorin wirklich gut gelungen ist. Hier erfährt man endlich alle Geheimnisse, sowie die wahren Charakterzüge der Mädchen, obwohl ich diesen Punkt sehr vorhersehbar fand. Leider tauchen die Nebenfiguren dann nicht noch einmal auf. Ein/zwei Kapitel mehr mit diesen hätten für mich wohl einen passenderen Abschluss der Geschichte ergeben, zumal ich das Ende nach der vorangegangenen Dramatik etwas zu „glatt“ fand, so als wollte die Autorin möglichst schnell und einfach fertig werden.

Nichtsdestotrotz hat mich das Buch insgesamt positiv überraschen können. Ich hatte zwar auch keine allzu hohen Erwartungen, dennoch gefiel mir die Geschichte besser als gedacht. Unter Beachtung des Genres Jugendbuch kann ich „Book of Lies“ auf jeden Fall weiterempfehlen.

FAZIT

4 von 5 Lesebändchen

Mit Book of Lies hat Teri Terry eine fesselnde Geschichte geschrieben, die in der Zielgruppe Jugendliche sicherlich ihre Fans findet. Gekonnt verpackt sie das Thema Lügen in eine ungewöhnliche Zwillingsgeschichte mit Fantasy-Aspekten. Trotz kleiner Schwächen habe ich das Buch gern gelesen und kann es weiterempfehlen.