Ein letzter Brief von dir | Rezension

Bereits im letzten Jahr hatte ich geplant, „Ein letzter Brief von dir“ entsprechend seiner Thematik rund um den Valentinstag zu lesen. Ihr könnt es euch sicher denken, das ist mir irgendwie nicht gelungen. Weil das Valentinswochenende dieses Jahr das erste Wochenende nach meinen Prüfungen war und ich endlich wieder lesen wollte, habe ich die Gelegenheit aber ergriffen.
Konnte mir das Buch den Valentinstag versüßen?

KLAPPENTEXT

Als Orla am Valentinstag einen Brief von ihrem Freund erhält, rechnet sie fest mit dem lang ersehnten Heiratsantrag. Doch bevor sie den Umschlag öffnen kann, kommt der schreckliche Anruf: Simon ist in London auf der Straße zusammengebrochen. Er ist tot.
Orla steht unter Schock. Wie soll sie weiterleben ohne Sim? Und warum rät ihr sein bester Freund so eindringlich, die Valentinskarte nicht zu öffnen? Orla war doch Sims große Liebe. Und er ihre.
Als Orla krank vor Kummer nach London reist, um mehr über Sims letzte Tage zu erfahren, wird ihr klar, wie wenig sie ihren Freund kannte. Und noch bevor sie die Valentinskarte öffnet und seine letzten Worte liest, ist sie selbst ein anderer Mensch geworden …

Quelle: Rowohlt

MEINE MEINUNG

Von einem Buch, das den Valentinstag zum Thema hat, erwartet man eine zuckersüße Liebesgeschichte. Viel Tamtam, rosa Herzen und Schmetterlinge im Bauch. Dass „Ein letzter Brief von dir“ eine etwas andere Geschichte aufweist, ist von Beginn an klar.

Ich nehme das Fazit schon mal vorweg: Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass mir das Buch durchaus gefallen hat. Dennoch muss ich im Folgenden viel Kritik anbringen.
Bei dem Versuch, Orla zu beschreiben, fällt mir ehrlich gesagt nicht viel ein. Ähnlich sieht es bei den anderen Personen aus. Leider blieben sämtliche Charaktere für mich zu blass. Obwohl viel Potenzial da gewesen wäre, beschränkten sich die Beschreibungen meist auf Oberflächlichkeiten. Selten ging es in einer Weise um Gefühle, die der Leser nachempfinden kann.
Da die Geschichte mit dem Tod von Sim beginnt, sollte es im Verlauf doch eigentlich darum gehen, wie Orla damit abschließt und langsam wieder ins Leben zurückfindet. Doch schon die erwartete tiefe Traurigkeit und das Vermissen kommen mir am Anfang zu kurz.
Im Folgenden fand ich die Geschichte ungünstig konstruiert, denn es entsteht nicht der Eindruck, als könnte Orla sonderlich gut von Sim loslassen, was sicherlich unter anderem daran liegt, dass sie immer wieder neue Dinge über ihn erfährt und Seiten von ihm entdeckt, die sie vorher gar nicht kannte.

Gelebt zu haben, ohne je gekannt worden zu sein, schien Orla der schlimmste Streich, den einem das Schicksal spielen konnte. (S. 390)

Ein weiteres Kriterium, warum ich nicht so recht in die Geschichte hineinfinden wollte, ist die seltsame Art der Autorin, hin und her zu springen. Einerseits beginnen die Kapitel mit einem Auszug aus Sims Tagebuch, was mir sehr gut gefallen hat. Innerhalb des normalen Textes finden aber immer wieder Rückblenden statt, die Orla in Gedanken durchlebt. Dabei war mir häufig nicht ganz klar, wann der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit stattfand, ich kam durcheinander und las wiederholt Abschnitte mehrfach, um die Grenze zu finden. Zum Glück werden diese Rückblenden im Verlauf der Geschichte weniger, dadurch aber noch schwerer zu erkennen, wenn es sie plötzlich doch wieder gibt.
Am Ende weiß ich leider nicht, was die Autorin mit dieser Geschichte eigentlich vermitteln wollte. Dass es am Ende jeden Tunnels ein Licht gibt? Warum dann das Thema Valentinstag? Zu diesem gibt es letztlich auch keine klare Positionierung, weder von denen, die ihn lieben, noch von denen, die ihn nicht leiden können.
Trotz allem hat mir „Ein letzter Brief von dir“ ein paar angenehme Lesestunden beschert und ich werde es in positiver Erinnerung behalten.

FAZIT

3 von 5 Lesebändchen

„Ein letzter Brief von dir“ ist keine tiefsinnige Lektüre, bietet aber eine nette Auszeit vom Alltag und kann trotz einiger Schwächen insgesamt gut unterhalten. Das Thema Valentinstag bildet aus meiner Sicht nur einen Rahmen für die Geschichte, deshalb kann das Buch getrost zu jeder anderen Zeit gelesen werden. Ich kann allerdings leider keine klare Leseempfehlung aussprechen.

Gedankenzeilen – Blog und ich. Erwachsen

Zunächst ist wohl eine Entschuldigung fällig. Ich habe mich lange Zeit nicht mehr gemeldet und das tut mir Leid. Wer die kleinen Updates auf Instagram und Facebook verfolgt hat, der weiß warum das so war: Das Semesterende stand bevor und somit die Prüfungszeit. Ein bisschen habe ich wohl unterschätzt, wie viel Stoff ich dafür wirklich lernen muss und deshalb blieben der Blog und das Lesen ungeplant auf der Strecke.
Nun sind alle Prüfungen geschrieben und ich habe nicht nur meine Freizeit zurück, sondern auch gleich ziemlich viel davon, denn das nächste Semester startet erst im April. Ergo dürft ihr in nächster Zeit wieder ein paar mehr Beiträge von mir erwarten 🙂

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Wenn ich auf die vergangenen zwei Jahre zurückblicke, dann ist unheimlich viel passiert. Im Einzelnen habe ich immer wieder davon berichtet. Im Februar 2014 ging ich noch zur Schule, machte im Sommer das Abi und begann im Herbst mein Freiwilligenjahr. 2015 stand die Fahrschule an, mein Frewilligenjahr endete, darauf folgte der Umzug nach Leipzig und der Beginn meines Studiums. Und wenn ich nun alles zusammen nehme, dann stelle ich fest, dass ich in dieser Zeit erwachsen geworden bin.
Erwachsen. Was für ein Wort.
Da steckt ziemlich viel Verantwortung drin, ein gewisses Maß an Lebenserfahrung. Selbständigkeit. Aber auch als Erwachsener darf man Fehler machen. Muss nicht alles können. Ist nicht perfekt.

Jetzt frage ich mich, wie ich es schaffe, auch den Blog erwachsen sein zu lassen. Aus den Kinderschuhen ist er längst herausgewachsen. Zwar haben sich meine Bloginhalte im Wesentlichen nicht gewandelt, aber kleine Veränderungen sind doch bemerkbar, insbesondere, wenn ich mich durch alte Posts von 2012 und 2013 klicke. Als ich mit dem Bloggen anfing, war ich 16. Heute bin ich 20. Dazwischen liegen vier ganze Jahre, klar, dass ich mich weiterentwickelt habe und genau das spiegelt sich auch in den Posts wider. Und neben den wesentlichen Beiträgen wie Buchvorstellungen und Rezepten habe ich immer wieder an neuen Aktionen teilgenommen und dann doch wieder aufgehört. Habe mir selbst regelmäßige Inhalte wie einen Monatsrückblick auferlegt und inzwischen auch das wieder gelassen. Meine ursprünglichen Kategorien habe ich so weit abstrahiert, dass ich mittlerweile über jedes Thema schreiben kann.

Ich habe eine gute Vorstellung davon, wie mein Blog in Zukunft aussehen soll. Bloß was stelle ich mit seiner Vergangenheit an? Ich war noch nie ein Freund davon, Posts zu löschen. Ich mag es auch nicht, wenn sich Blogger entschließen, die Einführung einer eigenen Domain zum Anlass zu nehmen, nochmal ganz neu zu starten und die alten Beiträge einfach über Bord werfen. Genau diese Beiträge zeigen doch, wie man sich entwickelt hat, und dass man auch mal klein angefangen hat. Fakt ist aber auch, dass die alten Beiträge nicht mehr unbedingt meine heutige Meinung vertreten und/oder eine Überholung nötig hätten… Was soll ich also damit machen? Ich bin an der Stelle gerne offen für Ratschläge!
Kommen wir nochmal auf die Zukunft zurück. Ihr habt es sicherlich gemerkt, in letzter Zeit habe ich meine Beitragsfrequenz doch deutlich zurückgeschraubt und ich habe beschlossen, mir darum keinen Kopf mehr zu machen. Das ist einer der Gründe, warum ich den Monatsrückblick eingestellt habe: Worauf soll ich schließlich zurückblicken, wenn es nur ein oder zwei Posts gab?
Dennoch möchte ich versuchen, wieder aktiver zu werden, das hatte ich ja schon im Jahresrückblick angesprochen. Aber ich mache mir keinen Druck dabei – ich freue mich, wenn es klappt, Wenn nicht, dann eben nicht. Und ich bin froh, wenn ihr mich auf diesem Weg begleitet 🙂