Mein Bücherherbst 2016

Weihnachten steht wieder einmal vor der Tür, ich frage mich, wohin das Jahr verschwunden ist und der Winter hält zumindest astronomisch betrachtet Einzug. Kalt und ungemütlich ist es ja bereits geworden – die beste Zeit also, um es sich mit einem Buch in der festlich beleuchteten Wohnung bequem zu machen. Vielleicht reduziert das zum Jahresende auf den letzten Drücker doch noch den SuB oder verhindert zumindest das Wachstum an Weihnachten 😉 Doch zuvor noch ein kleiner Rückblick auf meine gelesenen Bücher im Herbst, zum Vergleich verlinke ich auch gern noch einmal zum Herbst 2015.

Book of Lies | Teri Terry | 400 Seiten | Coppenrath

Leider nicht mit auf dem Bild, denn ich hatte es aus der Bibliothek ausgeliehen. In meiner Rezension könnt ihr nachlesen, wie es mir gefallen hat.

Das Licht in deiner Stimme (2) | Patricia Koelle | 572 Seiten | Fischer

Nun hat es doch über ein Jahr gedauert, bis ich mich dem zweiten Buch von Patricia Koelles Ostsee-Trilogie gewidmet habe. Ebenso wie der erste Teil ein ganz tolles Buch mit viel Fernwehgefühl. Ich freue mich auf den dritten Teil!

Paris, du und ich | Adriana Popescu | 350 Seiten | cbj
Was soll ich sagen, es ist eben ein Buch von Adriana: Wundervoller leichter Schreibstil, realistische und liebenswerte Charaktere, Insider und Paris. Ein perfektes Sommerbuch (auch wenn ich es im Herbst gelesen habe). Sämtliche Bücher von Adriana kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen, aber das wisst ihr ja 😉

Die Therapie | Sebastian Fitzek | 335 Seiten | Knaur
Bei den neueren Büchern von Sebastian Fitzek bin ich ziemlich up to date (…okay, war. Vergangenheitsform. Aber ich besitze immerhin alle aktuellen), die „alten“ dürfen aber gelegentlich auch gern ein bisschen Aufmerksamkeit haben. Die Therapie lag nun schon eine ganze Weile bei mir herum und jetzt habe ich sie endlich gelesen. Ebenso wie bei Adriana kann ich bei Fitzek nicht meckern und muss nur noch sagen, dass es mich etwas überraschte, wie harmlos doch alles war, als es sich am Ende aufklärte. Vielleicht ist das Buch mit diesem Hinweis auch was für Thriller-Einsteiger.

Dem Horizont so nah | Jessica Koch | 461 Seiten | Rowohlt

Ein Buch, was auf jeden Fall bewegt. Ich bin geteilter Meinung, warum wieso weshalb steht in meiner Rezension.

Das sechste Herz | Claudia Puhlfürst | 379 Seiten | blanvalet

Seit langem habe ich mal wieder ein Buch abgebrochen (Seite 78). Das sechste Herz war einfach nicht meins. Zu blutig, zu viele Personen, zu viele Perspektiven oder auch einfach nicht die richtige Stimmung für mich, so ganz genau kann ich es nicht sagen. Ich habe aber beschlossen, dass es mich nicht genug reizt, um es vielleicht später erneut zu versuchen.

Begin again | Mona Kasten | 495 Seiten | LYX

Begin again war wirklich ein schönes Buch für zwischendurch, mein Genre ist es aber nicht unbedingt. Mir fehlte irgendwie das Besondere. Insgesamt aber absolut nicht schlecht, im Gegenteil und ich habe es sehr gern gelesen.

Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown | Anne Helene Bubenzer | 479 Seiten | Rowohlt
Liebe Mareike, tausend Dank für dieses wundervolle Buch! In einer Büchergruppe hatten wir zu Nikolaus gewichtelt. Mareike war dabei meine Wichtelmama und packte mir überraschend auch dieses Buch ins Päckchen, von dem ich bis dato noch nie gehört hatte. Oh welche schöne Geschichte war mir da entgangen! Dicke dicke Empfehlung, die Welt aus der Sicht des Teddybären Henry N. Brown ist eine wahre Bereicherung für jeden, der sich auf das Buch einlässt. Gerade in der Weihnachtszeit fand ich es sehr passend.

Das macht also wieder acht Bücher, wie schon im Sommer. Dazu kommt aber leider die unglaublich hohe Zahl von 24 Neuzugängen. Schreck lass nach! Ich fürchte, fürs nächste Jahr muss ich mir irgendeine Strategie überlegen, wie ich mal ernsthaft meinem SuB an den Kragen gehen kann…

Kennt ihr meine gelesenen Bücher?
Und:
Habt ihr Tipps für den SuB-Abbau??

Schwarz-Weiß-Gebäck | Rezept

Ihr habt richtig gelesen, da steht ganz klar Rezept in der Überschrift. So etwas ist hier vor über einem Jahr das letzte Mal passiert. Warum kam seitdem nichts Neues? Gute Frage. Es ist jedenfalls nicht so, dass ich nicht ab und an mal gebacken hätte. Sei’s drum, heute gibt es endlich wieder ein Rezept und entsprechend der Zeit natürlich ein eher weihnachtliches.

Schwarz-Weiß-Gebäck gehört bei uns seit Jahren zur Adventszeit dazu. Bei all den verschiedenen Plätzchensorten teilen wir uns meistens rein und ich bin dann für Schwarz-Weiß-Gebäck zuständig. Nach dem ein oder anderen Fehlschlag habe ich inzwischen ein gutes Rezept für den Teig entwickelt, damit am Ende auch wirklich alles klappt und der helle und dunkle Teig nicht völlig verschiedene Konsistenzen haben.

ZUTATEN

für den hellen Teig
250g Mehl
1/4 Päckchen Backpulver
100g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Ei
125g Butter

für den dunklen Teig
230g Mehl
1 1/2 Esslöffel Backkakaopulver
1/4 Päckchen Backpulver
100g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Ei
115g Butter

SO GEHT’S

Nacheinander die Teige vorbereiten: Mehl (und Backkakao) und Backpulver zu einem Haufen sieben und dann eine Mulde eindrücken. In diese Zucker, Vanillezucker und das Ei geben. Die Butter in Stücken auf dem Mehlrand verteilen, anschließend die Zutaten zu einem glatten Teig verkneten und diesen mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
Nun kommt der knifflige Teil: Das Herstellen der verschiedenen Muster. 
Für das Schachbrettmuster jeweils etwas Teig sehr dick ausrollen und in Streifen schneiden. Diese beiseitelegen und wiederum etwas Teig ausrollen, diesmal eher dünn. Darauf werden nun die dicken Streifen aufgestapelt. Zur besseren Fixierung am besten zuvor etwas Wasser auf dem Teig verstreichen, dadurch kleben die einzelnen Teile besser aneinander. Anschließend den dünnen Teig um die Streifen wickeln, sodass eine eckige „Rolle“ entsteht.
Für ein Spiralmuster jeweils etwas hellen und dunklen Teig dünn ausrollen, aufeinanderlegen und zu einer Rolle aufwickeln.
Für das Tortenmuster jeweils aus hellem und dunklem Teig eine Rolle rollen, diese vierteln und die Teile abwechselnd so wieder zusammensetzen, dass zwei Rollen mit Muster entstehen.
Der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt, sicherlich könnte man die Liste noch weiter fortführen. Am einfachsten ist immer das Marmormuster: Dafür hellen und dunklen Teig ein wenig miteinander verkneten und zu einer Rolle formen.
Die fertigen Rollen kommen dann wieder mindestens eine halbe Stunde in den Kühlschrank.
Es folgt das Backen! Den Backofen auf 180°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Rollen in Scheiben schneiden, diese auf das Backblech legen und ca. zehn Minuten backen. Die Plätzchen werden erst beim Auskühlen richtig fest.
Ja, man muss es wohl feststellen, es handelt sich hier um eine ganze Menge Arbeitsaufwand. Dafür kann man aber am Ende besten Gewissens sagen, dass alles selbstgemacht ist und obendrein schmeckt selbstgemacht ja eh viel besser als gekauft. In diesem Sinne – frohes Backen!

Dem Horizont so nah | Rezension

KLAPPENTEXT

Jessica ist jung, genießt das Leben und schaut in eine vielversprechende Zukunft. Dann trifft sie Danny. Sofort ist sie von ihm fasziniert, denn trotz seines guten Aussehens und selbstbewussten Auftretens scheint ihn ein dunkles Geheimnis zu umgeben.
Nach und nach gelingt es Jessica, hinter Dannys Fassade zu blicken und ihn kennenzulernen. Abgründe tun sich auf: Danny ist von Kindheit an zutiefst traumatisiert. Fernab von Heimat und Familie kämpft er um ein normales Leben.
Trotz aller Schwierigkeiten und gegen jede Vernunft entsteht zwischen Jessica und Danny eine innige Liebe. Doch nicht nur Dannys Vergangenheit ist düster, auch seine Zukunft ist bereits gezeichnet. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit …

Quelle: Rowohlt

MEINE MEINUNG

Ich sage es gleich vorweg, die Rezension zu diesem Buch fällt mir sehr schwer. Trotz dass nun schon ein bisschen Zeit verstrichen ist, seit ich es gelesen habe, beschäftigt mich die Geschichte noch immer und ich bin zwiegespalten, was ich von dem Roman halten soll.

Jessica Koch erzählt keine fiktive Geschichte, die Story beruht auf wahren Gegebenheiten und geht einem genau deshalb besonders nahe. Bei einem fiktiven Buch hätte ich gesagt, die Themen und Schicksale sind zu viel, zu krass, aber die Tatsache, dass eben doch alles wirklich passiert ist, macht es so schwer verdaulich.

Zunächst lassen die äußere Gestaltung des Buches und der Klappentext auf eine eher normale Liebesgeschichte schließen, wie sie in unzähligen Varianten bereits in der Buchhandlung steht. Eine kleine Vorwarnung, dass es hier äußert ernst zugehen wird, wäre wirklich gut gewesen. Leider beginnt die Geschichte auch mit dem sehr klischeehaften Kennenlernen von Danny und Jessica. Dazu fehlte mir dann aber die passende Atmosphäre, das Knistern. Insgesamt wirkte das Geschehen am Anfang sehr platt und berichtartig auf mich, dadurch konnte ich mich auch nur schwer in die Personen hineinversetzen.

Je besser man die Personen kennenlernt, desto spannender wird die Geschichte. Nach und nach lichtet sich das Dunkel um Dannys Vergangenheit und diverse Tabu-Themen der Gesellschaft kommen zur Sprache. Verwoben mit dem realen Schicksal von Danny gelingt Jessica Koch damit ein Buch, das viel Aufklärungsarbeit leistet und persönliche Einblicke erlaubt. Ich bin noch immer schockiert über die Reaktionen und Taten einzelner Leute in der Geschichte und den Fakt, dass so etwas auch heute noch jeden Tag passiert. Wer nach diesem Buch anderen Menschen mit Vorurteilen und Ablehnung begegnet, hat die wichtigste Botschaft der Geschichte eindeutig verpasst!

Dass die Geschichte wohl eher ohne Happy End auskommen muss, wird relativ schnell deutlich, aber ich möchte hier nicht zu viel verraten. Unabhängig davon kann ich dem Buch als Roman dennoch nicht viel abgewinnen. Dafür fehlte mir während der gesamten Zeit eine gewisse Zugänglichkeit und Nahbarkeit zu den Personen und etwas mehr beschönigende Fiktion (denn ich denke, zum Teil trifft das sicherlich schon zu), vor allem für des Geschehen drumherum. Aber vielleicht muss es in diesem Fall genau so sein, damit die Leser auch wirklich erreicht werden und ins Nachdenken geraten, was bei mir definitiv passiert ist.

FAZIT

3 von 5 Lesebändchen

Jessica Koch verarbeitet in „Dem Horizont so nah“ die sehr persönliche Geschichte, die sie in ihrer Jugendzeit mit Danny erleben durfte. In Folge seiner schweren Vergangenheit kommen einige Tabu-Themen zur Sprache, die aus der Perspektive der Betroffenen aufgearbeitet werden. Die Umsetzung in Romanform weist in meinen Augen einige Schwächen auf.

Frankfurter Buchmesse 2016

Ich mag gar nicht zählen, wie viele Wochen seit der Frankfurter Buchmesse nun schon wieder vergangen sind. Viel zu viele angesichts der Tatsache, dass ich hochmotiviert war, gleich in der Woche danach meinen Bericht zu verfassen. Nun soll es aber endlich so weit sein!

In diesem Jahr war ich zusammen mit meiner lieben Moni unterwegs, von Freitag bis Sonntag zogen wir gemeinsam durch die Hallen. Auch wenn ich ein Jahr ausgesetzt hatte, fand ich mich schnell wieder auf dem Messegelände zurecht und mit einem guten Zeitmanagement schafften wir es auch trotz großer Menschenmengen zu all unseren Terminen. (Das Besucheraufkommen am Samstag war aber schon ungewöhnlich und extrem hoch, oder? Von 2014 hatte ich das anders in Erinnerung…)

In drei Tage Buchmesse erlebt man natürlich eine ganze Menge und ich könnte sicherlich noch viel mehr erzählen, aber ich möchte euch einfach kurz von den interessantesten und für mich schönsten Veranstaltungen berichten.

 

Gleich am Freitagnachmittag besuchten wir den Stand von Droemer Knaur, an dem mehrere Autorinnen ihre Bücher vorstellten. Darunter Lily Olver, Susanna Ernst und – der Hauptgrund, warum ich unbedingt dort hinwollte – Anne Freytag und Adriana Popescu alias Ally Taylor und Carrie Price! Das Wiedersehen mit den beiden beim anschließenden Signieren war einfach großartig und ein absoluter Lieblingsmoment auf der Messe. Wer die beiden und ihre Bücher noch nicht kennt, dem rate ich dringend dazu, das nachzuholen!

Am Samstag verbrachte ich viel Zeit auf dem Orbanism Space, denn dort fanden zum ersten Mal die Herzenstage in offline-Form statt. Mich interessierten vor allem die Panels am Nachmittag: „Liebe in der Fantasy – alles Klischee?“ und „Buchcommunities: Vielfalt für Leser“.

Und auch am Sonntag gab es ein Highlight für mich. Ich lauschte Melanie Raabe im Gespräch zu ihrem neuen Buch „Die Wahrheit“, welches ich mir im Anschluss natürlich gleich signieren ließ und die Gelegenheit nutzte, um kurz mit der sympathischen Autorin zu quatschen. Thüringer unter sich 😉

Neben lieben Autorinnen und Verlagsmitarbeiter, die an dieser Stelle nicht vergessen sein sollen, war es auch wieder wundervoll diverse Blogger zu treffen, die man sonst das ganze Jahr über nicht „live“ sehen kann. Unbedingt erwähnt werden müssen Steffi und Mella, die Buchsichten-Mädels Hanna und Ingrid (eines Tages müsst ihr auf jeden Fall auch mal nach Leipzig kommen!), Moni, Lena, Jule und meine Leipzigerinnen Sandy und Sandra (warum wir uns nicht viel öfter sehen, ist mir ohnehin ein Rätsel :D). Guys, you rock! Euch alle und noch viele mehr auf der Messe zu treffen ist einfach immer wieder schön.

Seit ich in Leipzig studiere und dadurch zunehmen mehr buchaffine Leute kennenlerne, darf der Besuch eines Standes auf der Messe auch nicht mehr fehlen: Studium rund ums Buch. In Frankfurt ist mein eigener Studiengang nicht dort vertreten, dafür aber meine lieben Kommilitonen aus Buchhandel/Verlagswirtschaft. Wie schön, dass man sich dort mal in einer ganz anderen Atmosphäre begegnet 🙂

Kaum zu glauben, aber insgesamt sind rund um die Messe nur fünf neue Bücher dazugekommen. Cruelty (Sperrfrist bis Februar) und Dem Horizont so nah (Rezension ist in the making) sind Rezensionsexemplare, die anderen Bücher habe ich mir selbst gekauft und gleich signieren lassen. Besonders auf Melanie Raabes Werk bin ich ja unglaublich gespannt!

Wart ihr auf der Buchmesse unterwegs?
Was waren eure Highlights?

Book of Lies | Rezension

KLAPPENTEXT

Quinn und Piper sind Zwillinge, doch sie sind sich noch nie begegnet. Erst als ihre Mutter bei einem tragischen Unfall stirbt, treffen sich die Schwestern auf der Beerdigung. Piper ist begeistert und fasziniert. Für sie ist Quinn der Schlüssel zu einem uralten Familiengeheimnis. Doch Quinn ist voller Misstrauen. Warum wurde sie ihr Leben lang von ihrer Schwester ferngehalten? Schlummert in ihr tatsächlich eine dunkle Seite, vor der sie ihre Mutter und Großmutter immer gewarnt haben? Ist sie eine Gefahr für Piper? Während Quinn ihre Vergangenheit hinter sich lassen will, vergräbt sich Piper immer tiefer in die Mythen und Prophezeiungen, die sich um ihre Familie ranken – und tritt damit ein Inferno los.

Quelle: Coppenrath

MEINE MEINUNG

Zwillinge, die sich erst auf der Beerdigung der Mutter kennenlernen? Klingt ungewöhnlich, ist es auch. Und es macht neugierig auf die Geschichte aus der Feder von Teri Terry.
Titel und Cover passen perfekt zum Buch. Man sieht die Zwillinge und Lügen sind nicht nur das zentrale Thema der Geschichte, sondern das „Book of Lies“ taucht so auch im Buch auf.

Als ich mir ausgemalt habe, was passieren könnte, wenn ich bei der Trauerfeier aufkreuze, und wem es wohl wehtun würde, habe ich so gar nicht damit gerechnet, dass ich es sein könnte. (S. 16/17)

Von Beginn an war ich an das Buch gefesselt, was dem spannenden und leichten, für ein Jugendbuch typischen Schreibstil der Autorin geschuldet war. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Quinn und Piper geschrieben, wodurch man beide Mädchen gut kennenlernt.


Quinn ist eher zurückhaltend. Sie wuchs sehr abgeschottet bei ihrer Großmutter auf, während Piper mit ihren Eltern ein ganz normales Stadtleben führt. Relativ schnell wird klar, dass hinter Pipers freundlicher Fassade ein extrem neugieriger und manipulativer Charakter steckt. Dadurch wirkt Quinn deutlich sympathischer. Sie macht im Laufe der Geschichte eine tolle Entwicklung durch. Natürlich gibt es auch einige Nebencharaktere, darunter Pipers Freund Zak und die Großmutter der Zwillinge, die keine unwesentlichen Rollen spielen und alle gut ausgearbeitet sind.

Von Piper habe ich gelernt, wie leicht Lügen ist. Und dass man bekommt, was man will. (S. 305)

Dass die Story eine Prise Fantasy enthält, verleiht ihr einen extra Spannungsfaktor, denn man möchte unbedingt erfahren, was es damit auf sich hat. Zunächst weiß man kaum etwas, weil es auch den Zwillingen so ergeht, doch am Ende klärt sich alles schlüssig auf. Mir persönlich hat es damit allerdings etwas zu lange gedauert. Zum Ende hin erwartet den Leser ein dramatisches Finale, was der Autorin wirklich gut gelungen ist. Hier erfährt man endlich alle Geheimnisse, sowie die wahren Charakterzüge der Mädchen, obwohl ich diesen Punkt sehr vorhersehbar fand. Leider tauchen die Nebenfiguren dann nicht noch einmal auf. Ein/zwei Kapitel mehr mit diesen hätten für mich wohl einen passenderen Abschluss der Geschichte ergeben, zumal ich das Ende nach der vorangegangenen Dramatik etwas zu „glatt“ fand, so als wollte die Autorin möglichst schnell und einfach fertig werden.

Nichtsdestotrotz hat mich das Buch insgesamt positiv überraschen können. Ich hatte zwar auch keine allzu hohen Erwartungen, dennoch gefiel mir die Geschichte besser als gedacht. Unter Beachtung des Genres Jugendbuch kann ich „Book of Lies“ auf jeden Fall weiterempfehlen.

FAZIT

4 von 5 Lesebändchen

Mit Book of Lies hat Teri Terry eine fesselnde Geschichte geschrieben, die in der Zielgruppe Jugendliche sicherlich ihre Fans findet. Gekonnt verpackt sie das Thema Lügen in eine ungewöhnliche Zwillingsgeschichte mit Fantasy-Aspekten. Trotz kleiner Schwächen habe ich das Buch gern gelesen und kann es weiterempfehlen.