{Rezension} Über den Wolken…

KLAPPENTEXT

Hadley könnte sich wirklich etwas Schöneres vorstellen, als auf der Hochzeit ihres Vaters als Brautjungfer anzutreten. Dass sie allerdings ihren Flug verpasst und erst einmal auf dem überfüllten New Yorker Flughafen festsitzt, hat sie dann doch nicht gewollt. Und genauso wenig hatte sie vor, sich ausgerechnet hier unsterblich zu verlieben: in den Jungen mit den verwuschelten Haaren und dem Puderzucker auf dem Hemd, der wie sie nach London muss. Hadley bleibt genau eine Fluglänge Zeit, um sein Herz zu gewinnen …

MEINE MEINUNG

Mir gefällt der Titel so gut! Er macht neugierig, ist irgendwie was Besonderes und wurde vom englischen Originla übernommen. Schade, dass man sich für die Taschenbuchausgabe einen neuen, weniger tollen Titel ausgedacht hat.

Auch die Aufmachung gefällt mir bei der gebundenen Ausgabe wesentlich besser. Der Schutzumschlag ist matt glänzend und fühlt sich einfach gut an. Das Cover passt natürlich perfekt zur Geschichte und ist ein kleines bisschen rosarot, eben wie wenn man verliebt ist 😉
Auch der Schreibstil ist super und lässt den Leser schnell in Hadleys Gedanken eintauchen. Man wird so sehr von der Geschichte gefangen genommen, dass man (auch aufgrund der geringen Seitenzahl) ruckzuck mit dem Buch durch ist. An jedem Kapitelanfang stehen die Uhrzeiten von Hadleys Wohnort und London, wo die Hochzeit stattfindet. Das fand ich ganz witzig, zwar nicht unbedingt notwenig, aber doch ein süßes Detail.
Sämtliche Personen haben mir gut gefallen, ich fand alle auf ihre Art sympathisch bzw. einfach gut ausgearbeitet, was wegen der Kürze des Buches wirklich bemerkenswert ist. Zudem ist die Geschichte so mitten aus dem Leben gegriffen,dass man sich alles sehr gut vorstellen kann.
Dieses Buch ist wirklich super für den Urlaub (oder einen Flug ;)) geeignet. Die normale aber doch irgendwie interessante Handlung wird so locker rübergebracht, dass das Lesen wirklich Freude bereitet. Es ist doch immer wieder schön, sich eine kleine Auszeit vom eigenen Leben zu nehmen und in Geschichten abzutauchen, die nicht unbedingt viel erzählen müssen, aber immer ein gutes Ende haben und uns ein Stückchen hoffnungsvoller in die Zukunft blicken lassen.

FAZIT

5 von 5 Lesebändchen

Ein Buch einfach so zum Wegschmökern, das keine hohen Erwartungen an den Leser stellt und in voller Länge überzeugt!

{Rezension} Wenn du an deinem eigenen Verstand zweifelst

KLAPPENTEXT

Es ist 1.15 Uhr. Connie Bowskill müsste längst schlafen. Stattdessen sucht sie auf der Internetseite einer Immobilienfirma nach einem ganz bestimmten Haus: Bentley Grove 11, Cambridge. Sie klickt auf den Button „virtueller Rundgang“ und sieht eine Szene wie aus einem Alptraum: Im Wohnzimmer liegt eine Frau – regungslos, der Teppich unter ihr voller Blut. Fassungslos weckt Connie ihren Mann. Aber als der sich vor den Computer setzt, sieht er nur einen makellos sauberen Teppich in einem gewöhnlichen Wohnzimmer. Doch Connie weiß, sie hat sich die Leiche nicht eingebildet. Und noch etwas lässt sie nicht mehr los: Die Tote sah ihr zum Verwechseln ähnlich …

MEINE MEINUNG

Der deutsche Titel passt, wie ich finde, sehr gut zum Buch. Das fremde Haus ist natürlich Bentley Grove 11, um das sich praktisch die ganze Geschichte dreht. Immer wieder spielt es eine Rolle, doch niemand kennt es so wirklich, es ist einfach „fremd“.

Optisch ist das Buch ein absoluter Hingucker. Habt Ihr schon mal ein Taschenbuch mit Umschlag angetroffen? Also ich nicht. Das eigentliche Buch ist weiß und auf dem Cover stehen nur Titel und Autorin. Der Rest, also die roten Fingerabdrücke und die schwarzen Grundrisslinien, ist auf einen milchig-durchscheinenden Papierumschlag gedruckt. Bleibt einzig die Frage, wozu der Grundriss gut sein soll… Ein Haus hätte es vielleicht auch getan, aber das ist ja eigentlich auch egal, Hauptsache es sieht gut aus und passt zum Buch, was eindeutig der Fall ist.
Das Buch ist aus Sicht mehrerer Personen geschrieben, was einerseits gut ist, da man verschiedene Perspektiven kennenlernt, andererseits verwirrt es manchmal, weil nirgendwo steht, aus welcher Sicht der jeweilige Abschnitt erzählt wird. Man merkt es zwar recht schnell, aber man muss eben erst überlegen. Außerdem bekommt man so immer nur einen kurzen Einblick in die Gedanken einer Person und fühlt sich nicht so sehr mit ihnen verbunden, wie es vielleicht bei einer anderen Schreibweise der Fall gewesen wäre.
Die Hauptperson ist ganz klar Connie, die mir auch recht realistisch vorkam und mit der ich mich am ehesten identifizieren konnte. Insgesamt muss ich aber sagen, dass mir im Buch zu viele Personen vorkamen. Mit der Zeit wusste ich, wer wer ist, aber am Anfang war das echt zu viel, zudem ja die Sichtweise gewechselt hat und die Personen noch keine Beziehungen zueinander hatten.
Von der Idee her fand ich das Buch wirklich interessant und prinzipiell wurde es auch gut umgesetzt. Zwischen Connie und ihrem Mann gibt es eine Vorgeschichte aus dem Jahr 2003, die immermal wieder zur Sprache kommt, jedoch erst nach 200 Seiten erklärt wird, was ich viel zu spät fand. Wenn vorher darüber geredet wurde, dachte ich immer nur „Hä? Kann mir jetzt mal einer erklären, was eigentlich los ist?!?“. Die Thrillergeschichte wurde zum Ende natürlich spannend aufgeklärt, doch dann tauchten nochmal neue Informationen auf, die alle Beweggründe wieder infrage stellten und eine völlig neue Geschichte offenbarten. Da hab ich mich wirklich gefragt, ob das nötig war, denn eigentlich müsste ich das Buch jetzt nochmal lesen, um alle Zusammenhänge zu verstehen.

FAZIT

4 von 5 Lesebändchen

Ein guter Thriller, der in der Umsetzung und bei den Protagonisten kleine Abzüge verkraften muss.

{Rezension} Wenn du stirbst…

KLAPPENTEXT

Was wäre, wenn heute dein letzter Tag wäre? Was würdest du tun? Wen würdest du küssen? Und wie weit würdest du gehen, um dein Leben zu retten? Samantha Kingston ist hübsch, beliebt, hat drei enge Freundinnen und den perfekten Freund. Der 12. Februar sollte eigentlich ein Tag werden wie jeder andere in ihrem Leben: mit ihren Freundinnen zur Schule fahren, die sechste Stunde schwänzen, zu Kents Party gehen. Stattdessen ist es ihr letzter Tag. Sie stirbt nach der Party bei einem Autounfall. Und wacht am Morgen desselben Tages wieder auf. Siebenmal ist sie gezwungen diesen Tag wieder und wieder zu durchleben. Und begreift allmählich, dass es nicht darum geht, ihr Leben zu retten. Zumindest nicht so, wie sie dachte …

Quelle: Carlsen

MEINE MEINUNG

Der Titel „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ hat mich sofort angesprochen. Früher oder später beschäftigt sich ja jeder von uns mal mit dem Tod und da uns bisher niemand sagen konnte, was denn nun nach dem Tod kommt, gibt es allerlei Spekulationen und jeder kann glauben, was er möchte. Dass das ganze Leben an einem vorbeiziehen soll, klingt natürlich interessant und hört man ja immermal wieder in irgendwelchen Geschichten.

Das Cover ist vergleichsweise schlicht gestaltet, es besteht nur aus dem Titelschriftzug und ein paar Lichtreflexen, was natürlich wunderbar zum Thema Tod passt. Mehr muss man dazu eigentlich auch nicht sagen.
Das Buch ist aus Sicht von Sam, der Hauptperson, geschrieben und ihre Sprache ist typisch Teenager recht alltäglich. Also nichts besonderes, aber gerade dadurch eben auch gut zu lesen.
Ich weiß nicht genau warum, aber am Anfang waren mir alle Personen einfach zu, naja, amerikanisch. Klar, das Buch spielt in Amerika, aber mit dem dortigen Gesellschaftssystem kann ich mich nicht so recht anfreunden. Zu viel hängt von deiner Beliebtheit in der Schule ab, mit wem du zusammen und mit wem befreundet bist. In Amerika mag das durchgehen, weil die Leute ja jeden Tag damit leben, aber für die internationale Leserschaft ist dieses Buch nicht so richtig gemacht.
Gegen Ende des Buches hat sich dann auch Sam ein bisschen davon losgelöst, was mir wirklich gut gefiel, und sie mir sehr viel sympathischer gemacht hat.

Der Titel macht ja bereits deutlich, worauf die Story hinausläuft. Der Klappentext verrät nicht ganz so viel. Dann also jetzt von mir: Sam stirbt am 12. Februar, erlebt jedoch im Folgenden diesen letzten Tag immer wieder. Klingt wahnsinnig interessant, ist es eigentlich auch, aber der Anfang des Buches (etwa die Hälfte!) war mir persönlich zu langweilig und ich hab echt mit mir gehadert, ob ich weiterlesen soll. Was soll am Anfang auch schon groß passieren? Sam erlebt ihren Schultag und verbringt viel Zeit mit ihren Freundinnen. Beim ersten Mal mag man das auch noch lesen, und will wissen, wie es weitergeht. Dann erlebt sie alles zum zweiten Mal, und obwohl es kleine Veränderungen gibt, ist es im Großen und Ganzen dasselbe. Schon grenzwertig, aber geradeso noch ertragbar. Beim dritten Mal ist mir sowas dann aber echt zu langweilig. Zum Glück hat sich die Sache dann langsam gebessert, weil Sam immer mehr Dinge anders macht und mit der Zeit auch eine andere Sicht auf das Leben bekommt. Am Ende hat mir das Buch dann auch wirklich gefallen, wenn nur dieser Anfang nicht gewesen wäre…

FAZIT

3 von 5 Lesebändchen

Eine interessante Story, die an den Menschen und das Leben appelliert, jedoch besser verpackt hätte werden können.